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30.05.2010 -  Pflanzeneiweiß statt Milcheiweiß in Kälbermilch?

Lassen sich im Milchaustauscher Magermilchpulver und Molkeneiweiß durch Pflanzeneiweiß ersetzen? Nein – lautet die klare Antwort eines Fütterungsversuches mit drei verschiedenen Milchaustauschern. Wird aus Gründen der Kostenersparnis auf preisgünstigere Produkte wie Sojaproteinkonzentrat und Weizenproteinhydrolysat ausgewichen, entwickeln sich die Kälber deutlich schlechter. Sie bleiben im Wachstum zurück und haben ein struppiges Fell.

In einem Versuch wurden drei Milchaustauscher mit verschiedenen Proteinen getestet:
Milchaustauscher A: Magermilchpulver und Molkeneiweiß
Milchaustauscher B: 100 % Molkeneiweiß
Milchaustauscher C: 44 %Molkeneiweiß und 54 % Pflanzeneiweiß
Es zeigte sich folgendes Ergebnis: „Besonders in den ersten drei Versuchswochen konnten die Kälber der Gruppen B und C nicht in der Wachstumsleistung des Austauschers mit der Kombination aus Magermilchpulver und Molkenpulver mithalten. Die Umstellung von der Kolostralmilchphase auf die Varianten B und C war für die Kälber schwieriger.“ Empfehlend wird abgeleitet, dass hohe Anteile an pflanzlichen Proteinen im Milchaustauscher trotz Preisvorteil nicht eingesetzt werden sollten, da die Kälber weitaus schlechter in der Aufzuchtphase gedeihen. Für die Zusammensetzung von Milchaustauschern bedeutet das, dass das Milcheiweiß als Proteinquelle nicht durch andere Proteine ersetzt werden kann.

„Kälbermilch: Günstiges Pflanzeneiweiß einsetzen?“ von Dr. Bernd Fischer et al. in top agrar
6/2010, S. R 24 – R 27