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Diese Funktion steht im Moment nicht zur Verfügung! Wir bittem um Verständnis03.05.2010 - Mit gezieltem Hygienemanagement einen Leistungsvorsprung erzielen
(LK Niederösterreich) Hygieneprogramme allein können den Ausbruch von Krankheiten nicht immer verhindern, sie schwächen aber oft deren Verlauf und helfen, Infektionsketten zu unterbrechen.
Größer Mit dem Auftreten von Krankheiten wie PRRS und dem durch Circovirus verursachten PMWS/PDNS waren die Ferkelproduzenten in den vergangenen Jahren oft mit mehreren Krankheitsausbrüchen konfrontiert. Durch die Einführung der flächendeckenden Impfung gegen das Circovirus konnten wesentliche Verbesserungen bei der Tiergesundheit erreicht werden. Dies zeigt sich einerseits durch gesunkene Verluste in der Ferkelaufzucht und andererseits durch gestiegene Leistungen (höhere Tageszunahmen), sowohl in der Ferkelaufzucht als auch in der Mast.
Schutzimpfungen allein können aber nicht alle "Probleme" in der Ferkelerzeugung lösen. Besonders sogenannte multifaktorielle Krankheiten führen in Schweinebeständen immer wieder zu Krankheitsausbrüchen.
Krankheiten verursachen Tiergesundheitskosten und sind immer mit Leistungseinbußen verbunden. Dabei übersteigen die Kosten durch Minderleistung die Tierarztkosten um ein Vielfaches. Neben einem mit dem Tierarzt entwickelten Gesundheitsprogramm ist daher auch ein individuelles, auf den Betrieb abgestimmtes Hygieneprogramm die Basis für eine erfolgreiche Ferkelproduktion.
Ziel des Hygieneprogrammes ist sowohl der Schutz vor einer Einschleppung betriebsfremder Krankheiten von außen als auch die Unterbrechung von Infektionsketten innerhalb des Betriebes. Den Betrieb nach außen "abschotten"
Größer Die konsequente Trennung von Betriebsbereich und Außenbereich ist Voraussetzung, um sich vor einer Krankheitseinschleppung zu schützen. Bereits kleinste Mengen von mit Krankheitskeimen belastetem Material wie Staub, Schmutz oder Kot können zu einem Krankheitsausbruch im Bestand führen.
Das Risiko einer Krankheitseinschleppung durch den Fahrzeugverkehr zwischen schweinehaltenden Betrieben, zum Beispiel bei einer Futtermittellieferung bzw. durch den Viehhändler, ist im Vergleich zu Transportmitteln der Tierkörperbeseitigung gering, darf aber keinesfalls unterschätzt werden. Daher sind Behälter für die Kadaverlagerung so aufzustellen, dass sie ohne Befahren des Betriebsbereichs entleert werden können.
Wie die Kadaverlagerung, soll auch die Schadnagerbekämpfung im Außenbereich durchgeführt werden. Eine Bekämpfung im Stall kann vor einer Krankheitsübertragung nicht mehr optimal schützen.
Eine weitere Eintrittsmöglichkeit für Krankheiten bieten betriebsfremde Personen. Daher muss allen "Besuchern" zumindest eine betriebseigene Kleidung zur Verfügung gestellt werden. Eine Hygieneschleuse, in der Kleidung und Schuhe gewechselt werden, mit Waschmöglichkeit und Stiefeldesinfektionswanne, bildet eine Barriere für die Krankheitseinschleppung. Die Infektionsketten unterbrechenEbenso wie den Betrieb vor einer Krankheitseinschleppung von außen zu schützen, müssen Infektionsketten im Betrieb unterbrochen werden. In Verbindung mit einem Produktionsrhythmus kann ein konsequentes Rein-Raus-Konzept umgesetzt werden. Um Krankheitsübertragungen von älteren auf jüngere Tiere zu verhindern, dürfen schwächere Tiere keinesfalls zurückgestallt werden. Da die Krankheitsverschleppung meist von älteren Tieren zu jüngeren erfolgt, sollten auch die täglichen Stallarbeiten von "Jung zu Alt" durchgeführt werden. Gründlich reinigen und desinfizieren
Größer Eine gründliche Reinigung mit anschließender Desinfektion ist wesentlicher Bestandteil der Betriebshygiene. Für eine effektive Desinfektion muss das Stallabteil gründlich gereinigt und der Biofilm zerstört werden, denn: "Schmutz kann nicht desinfiziert werden." Diese größtenteils aus Fett und Eiweiß bestehende Schicht bildet sich auf allen Oberflächen in Kombination mit Staub und Feuchtigkeit. Mikroorganismen bietet sie ideale Lebensbedingungen.
Da kaltes Wasser, auch mit hohem Druck diese Fett- und Eiweißschicht nicht lösen kann, sollte bei der Reinigung Waschschaum verwendet werden. Dieser haftet auf Oberflächen und hilft, auch schwer zugängliche Stellen – wie unter Tränken und Futterautomaten – zu reinigen.
Entscheidend für das Überleben von Mikroorganismen ist Feuchtigkeit. Daher ist darauf zu achten, dass das gewaschene Stallabteil vor der Desinfektion abgetrocknet ist. Besonders in der kalten Jahreszeit kann dies mehrere Tage dauern bzw. sogar eine Heizung erfordern. Je nach Art und Konzentration des Desinfektionsmittels werden circa 0,4 Liter fertige Desinfektionslösung je m² Stallfläche benötigt.
Sind die Stalloberflächen nicht abgetrocknet, wird die erforderliche Konzentration für eine wirksame Desinfektion nicht erreicht. Neben der richtigen Konzentration benötigen Desinfektionsmittel, in Abhängigkeit von der Temperatur, eine bestimmte Einwirkzeit.
Die Wahl des falschen Desinfektionsmittels kann in der kalten Jahreszeit zu einem völligen Wirkungsverlust führen. Durch falsche Anwendung, etwa bei Unterdosierung, werden Keime nicht abgetötet, und es kann zu Resistenzbildungen kommen. Daher ist ein Wechsel des eingesetzten Präparates in regelmäßigen Abständen ratsam.
Laut Sozialversicherungsanstalt der Bauern müssen jährlich mehrere Landwirte aufgrund der gesundheitsschädlichen Wirkung von Desinfektionsmitteln bzw. falscher Handhabung in Krankenhäusern behandelt werden. Die Sicherheitsanweisungen auf dem Produktdatenblatt sowie geeignete Kleidung (Overall, Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz) helfen im Interesse der eigenen Gesundheit, das Risiko zu minimieren. Maßnahmen sinnvoll bündelnEin wirksames Hygieneprogramm setzt sich aus einer Vielfalt von Maßnahmen zusammen. Fütterung, Haltung und Management – das Wohlbefinden der Tiere – sind Grundvoraussetzungen für dauerhafte Leistungen. Eine bedarfsgerechte Fütterung, die beste Lüftung sowie gründliche Reinigung und Desinfektion können jedoch einen eventuell bestehenden Platzmangel nicht ausgleichen.
Ein Hygieneprogramm muss immer an die betrieblichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Betriebe in Einzellagen können Schutzmaßnahmen gegen die Krankheitseinschleppung von außen leichter umsetzen. In Ortslagen, besonders in schweineintensiven Gebieten, lässt sich dies nur mit großer Disziplin und Konsequenz erreichen.
Die innerbetriebliche Umsetzung eines Hygienemanagements ist immer vom Gesundheitsstatus des Betriebes sowie der Produktionsausrichtung abhängig. Bei gesundheitlichen Problemen im Betrieb sind nach einer genauen Diagnostik durch den Betreuungstierarzt Hygienebereiche einzurichten.
Um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, müssen vor jedem Hygienebereich einfache Hygieneschleusen errichtet werden, wo neben einer Waschmöglichkeit auch Schuhe und Arbeitskleidung gewechselt werden können. Auch Arbeitsinstrumente wie Besen und Treibbretter müssen für jeden Bereich vorhanden sein. Sowohl gute Leistungen als auch ein stabiler und hoher Tiergesundheitsstatus sind Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Schweineproduktion. Hygieneprogramme allein werden den Ausbruch von Krankheiten nicht immer verhindern können, schwächen aber oft deren Verlauf und helfen Infektionsketten zu unterbrechen. Durch strukturierte Tiergesundheits- und Hygieneprogramme können Leistungen abgesichert und gesteigert werden.
Franz Nagl



