02.12.2009 - Ratten und Mäuse ködern
Mit der kalten Jahreszeit werden landwirtschaftliche Betriebe für Ratten und Mäuse zum beliebten Winterquartier. Hier finden sie Getreide und Futtermittel. Da Schadnager nicht nur Krankheiten auf den Tierbestand übertragen Und Futter mit Kot und Urin verschmutzen, sondern auch Elektrokabel und Isolierungen schädigen, sollte den Plagegeistern gezielt zu Leibe gerückt werden.
Dabei kommt es auf zwei Dinge an: Erstens muss für jeden Nager der passende Köder ausgelegt werden. Zweitens sollte die Bekämpfung lange genug durchgeführt werden. „In den meisten Fällen wird das Beködern beendet, wenn vermeintlich kein Köder mehr aufgenommen wird. So wird nur die Spitze des Eisbergs beseitigt.“ Besser ist es, bei stetig weggefressenen Ködern weitere Köderstellen einzurichten. Da Ratten besonders vorsichtig sind, sollten sie erst beködert und ihre Schlupfwinkel wie Holzstapel oder Schutthaufen in einem zweiten Schritt beseitigt werden. Stellen Ratten Veränderungen in ihrer Umgebung fest, werden sie misstrauisch und es kann Wochen dauern, bis die ausgelegten Köder angenommen werden. Ratten beobachten die neue Futterquelle und die davon ausgehende „Wirkung“ sehr genau. „Ein Köder, der unmittelbar nach der Einnahme vergiftet, wird von den anderen Ratten als gefährlich erkannt und nicht mehr angenommen.“ Mäuse legen ein ganz anderes Verhalten an den Tag: Sie sind sehr neugierig und ´nagen neue Futterquellen gerne an. Da sie ihre Nahrung über den Tag verteilt in vielen kleinen Portionen aufnehmen, sollten die Köder weit verstreut und deutlich attraktiver als die anderen Nahrungsquellen sein. Daneben müssen die im Köder enthaltenen Wirkstoffe, die in der Regel die Blutgerinnung verhindern, bereits in geringer Konzentration wirken.
Köder werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Blöcke haben den Vorteil, dass sie, untergebracht in einer möglichst zweikammerigen Köderbox, nicht verschleppt werden können. Auch Nagespuren sind gut zu erkennen; damit ist eine Kontrolle über die Akzeptanz des Köders gegeben. Pastenköder gelten unter den Schadnagern als Delikatesse, können aber leichter verschleppt werden. Lose Schüttköder sind preisgünstig, aber sehr leicht zu verschleppen. Verschleppte Köder könnten so ungewollt von Haustieren aufgenommen werden. „Der Fraß ist bei geringem Befall nicht nachweisbar. Darüber hinaus sind Köder auf Haferflocken- oder Getreidebasis weniger schimmelresistent als Lockmittel mit höheren Wachsanteilen.
In den Ställen legt man die Köder am besten an den gängigen Laufwegen der Nager aus sowie an den Eintrittspforten in das Gebäude. Futterstellen sollten ebenfalls mit Ködern „gesichert“ werden. Ratten können durch einen Sperrgürtel im Außenbereich von Ställen und Futterlagern ferngehalten werden. Der Sperrgürtel besteht aus mehreren Köderstationen im Abstand von 12 bis 15 m. Bei Mäusen verringert sich der Abstand der Köder auf 2 bis 5 m. Finden die Nager bereits außerhalb der Gebäude eine Nahrungsquelle, brauchen sie nicht in den Stall einzudringen.
„Aus die Maus“ von Kai Göhmann in dlz 11/09, S. 134 – 137


