17.04.2012 - Erwartungen an Raps schwinden
(agrarzeitung) Für die EU-Rapsernte fürchtet Oil World ein „Desaster". Der Branchendienst schätzt jetzt die Erzeugung auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Die Erwartung an die EU-Rapsernte 2012 ist auf 18,5 Mio. t geschrumpft. Gegenüber dem bereits schwachen Vorjahresergebnis wäre die Menge um 600.000 t kleiner. Zur Begründung nennt Oil World höhere Frostschäden als zunächst vermutet und zunehmende Berichte über Pilzkrankheiten, die vor allem in Deutschland schwachen Feldbeständen den Rest gegeben haben.
Auch in Frankreich trüben sich die bisher optimistischen Erwartungen an die Rapsernte ein. Zunehmend ist von Umbruchflächen zu hören. Das Gleiche gilt für Polen, wo sich eine unterdurchschnittliche Ernte abzeichnet. Besonders hoch sind die Ausfälle offenbar in Bulgarien und Rumänien, wo allerdings der Anbau einen geringeren Umfang einnimmt. Lediglich in England hat der Winterraps den Winter gut überstanden. Dort ist es allerdings seit Wochen zu trocken.
Oil World hat bislang schon auf die voraussichtlich enge EU-Rapsversorgung 2012/13 hingewiesen. Sie verschärft sich bei der niedrigeren Ernteerwartung weiter, zumal auch aus der Ukraine nur geringe Lieferungen zu erwarten sind. Dort ist Raps offenbar noch umfangreicher ausgewintert als in den EU-Ländern. (db)

