27.01.2010 -  Warum in Tierbeständen die Vorbeuge von Krankheiten so wichtig ist

Getreu dem Leitsatz „Vorbeugen ist besser als heilen“ hat die Vorbeuge heute in den Tierbeständen oberste Priorität. Es geht darum, geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Krankheiten zu treffen und so das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand der Nutztiere auf hohem Niveau zu sichern. Vermeiden von Krankheitsausbrüchen heißt gleichzeitig vermeiden von finanziellen Einbußen durch Leistungsrückgang oder –Ausfall, wie beispielsweise bei der Maul- und Klauenseuche deutlich nachzuvollziehen: Hier führte der Ausbruch der Seuche nicht nur auf den Betrieben zu massiven finanziellen Einbußen, auch die nachgelagerte Industrie war von den Handelsbarrieren massiv betroffen. „Mit geeigneten Vorbeugemaßnahmen soll außerdem die Gefahr minimiert werden, dass Krankheitserreger durch Milch, Fleisch, Eier oder andere tierische Erzeugnisse übertragen werden, wie bei den Salmonellen. Die Gesundherhaltung der Nutztiere ist das oberste Ziel, um derartige Lebensmittelinfektionen zu verhindern.“

Rund 60 % aller Infektionskrankheiten beim Menschen sind auch beim Tier zu finden. Diese als Zoonosen bezeichneten Krankheiten können vom Tier auf den Menschen übergehen und umgekehrt. Klassische Beispiele für Zoonosen sind beispielsweise Tollwut, Borreliose, Salmonellose, Listeriose, Rindertuberkulose, MRSA (Methicillin-resistente Spaphylococcus aureus) oder Brucellose. Auch die Influenza zählt zu diesen Zoonosen. Hier wurde am Beispiel der H1N1-Erkrankung beim Menschen deutlich, dass auch der umgekehrte Weg möglich „und eine Übertragung von Menschen auf Tiere möglich ist. Erschwert wird die Bekämpfung außerdem durch die Fähigkeit der unterschiedlichen Viren, zu mutieren.“

Grundpfeiler der Krankheitsvorbeuge auf den landwirtschaftlichen Betrieben ist das Einhalten oft einfacher Hygienegrundsätze, auch Biosicherheit (Biosecurity) genannt. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen wie Impfungen, das Minimieren von Besucherverkehr in den Ställen, das Tragen von betriebseigener Schutzkleidung, eine regelmäßige Schadnager- und Fliegenbekämpfung, da diese den Krankheitserregern als Vektoren dienen. Weitere Punkte sind:
- die Isolierung und fachgerechte Eingliederung von zugekauften Jungtieren (Jungsauen, Färsen)
- das Einrichten eines Krankenstalles
- das strikte Trennen von Schwarz-Weiß-Bereichen
- die hygienische Lagerung der Futtermittelvorräte
- eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion mit wirksamen Mitteln

Werden diese Grundprinzipien eingehalten und gemeinsam dem Tierarzt besprochen, ist die Basis für einen gesunden Tierbestand gelegt und die Gefahr, dass sich Infektionskrankheiten im Bestand ausbreiten, deutlich reduziert.

„Ist das Tier gesund…“ von Jan Vaarten in dlz agrarmagazin 1/2010, S. 86 - 89



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