Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite drucken

08.03.2010 -  Neue Zuchtziele in der Schweinehaltung

(DTC) „Waren die Zuchtziele in der Schweinhaltung in den letzten Jahrzehnten eher durch ökonomische Aspekte geprägt, legen wir heute Wert auf Ökonomie und Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit bedeutet die Zucht eines effizienten und robusten Schweines. Gefragt sind Merkmale wie beispielsweise bei Sauen gute Muttereigenschaften und eine hohe Vitalität der Ferkel“, erläuterte Prof. Dr. Ernst Tholen, Institut für Tierzuchtwissenschaften, Bonn, kürzlich die Zuchtziele einer wettbewerbsfähigen Schweinehaltung in Deutschland auf einer Tagung in Rheda-Wiedenbrück. Dabei ging er explizit auf das Problem der großen Würfe, gepaart mit leichteren Geburtsgewichten der einzelnen Ferkel, ein. Die Verlustrate werde zu 75 % vom individuellen Geburtsgewicht bestimmt. „Liegt das Geburtsgewicht eines Ferkels unter 1,2 kg, so steigen die Verluste exponentiell an“, legte der Experte dar. Die Zahl der lebend geborenen Ferkel sei negativ gekoppelt mit der Überlebensfähigkeit. Die genetische Korrelation liege hier bei 0,5 und sei damit sehr hoch. Erwünscht seien Würfe mit einheitlichen Ferkelgewichten. Hier ließe sich ein gewisser Eber-Effekt nachweisen. „Nutzungsdauer und Überlebensfähigkeit der Ferkel sowie das Futteraufnahmevermögen der Sau als Basis für ein kurzes Absetz-Konzeptionsintervall werden in der Zucht künftig noch mehr an Bedeutung gewinnen“, sagte Tholen. Dabei blieben die klassischen Zuchtmerkmale wie Mastleistung, Schlachtkörperqualität und Fleischbeschaffenheit erhalten. Besonders der intramuskuläre Fettgehalt bestimme die Sensorik des Fleisches: Fleisch mit höherem intramuskulärem Fettanteil sei saftiger, und punkte in den Kriterien Aroma, Zartheit und dem (subjektiven) Merkmal Geschmack.

Durco-Schweine wiesen zwar einen höheren Gehalt an intramuskulärem Fett auf. Gleichzeitig liege ihr Magerfleischanteil 2 bis 3 % unter dem Durchschnitt. Die bessere Fleischqualität werde vom Schlachthof nicht honoriert. Durch den Abzug beim Magerfleischanteil trage der Mäster vielmehr einen finanziellen Nachteil.