27.08.2010 - Biotin, das „Hufvitamin“ für Pferde
Pferdehufe sind in ihrer Konstruktion ein Wunderwerk der Natur: Bei der Landung nach einem Sprung tragen sie das Gewicht mehrer Tonnen, ohne zu brechen. Das verdankt der Knochen im Huf, das Hufbein, der Kapsel, in der es steckt. Das Hufbein selbst „ist sehr porös und hält wenig Druck aus. Umwickelt wird dieser schwammartig aufgebaute Knochen von der Wandlederhaut, die wie aufgefaltet aussieht.“ Und genau diese bringt das große Plus an Stabilität: Die Huflederhaut besteht aus hunderten kleiner Plättchen. Diese sind miteinander verzahnt und vergrößern durch ihre Plättchenstruktur die Oberfläche. Auch die Hornkapsel besteht aus vielen hunderten Plättchen. Bei Belastung verzahnen sich die Plättchen der Huflederhaut mit den Plättchen der Hornkapsel und bilden eine elastische Verbindung. „Beim Aufkommen auf den Boden wird das Gewicht des Körpers durch die Verzahnung auf die Hornkapsel umgeleitet. Der sogenannte Hufmechanismus kommt zum Einsatz: Der Huf spreizt sich im elastischen Trachtenbereich, die nach oben gewölbte Hufsohle drückt sich nach unten durch, die Krone sinkt ein.“ Resultat: Der Huf vergrößert seine Auftrittsfläche.
Es ist also wichtig, die Verzahlung der Plättchen im Huf zu erhalten. Wird diese Verzahnung gelöst, entsteht Hufrehe. Als Ursache kommen neben Fütterungsfehlern auch bestimmte Medikamente in Betracht. Bei schlechter Hufqualität gilt Biotin in einer Dosierung von 3 mg/100 kg Körpergewicht als Mittel der Wahl. Dass Biotin nachgewiesenermaßen die Hufgesundheit fördert, zeigen zahlreiche Untersuchungen. Soll Biotin die Hufgesundheit nachhaltig verbessern, muss das Vitamin langfristig an das Pferd verfüttert werden. Wird Biotin abgesetzt, sobald der Hufhorn weniger spröde ist oder Hornrisse und Hornspalten abnehmen, ist der Erfolg von kurzer Dauer. Mit dem zu frühen Absetzen des Biotins treten die alten Hufqualitätsmängel wieder in Erscheinung.
Mindestens so erfolgreich wie Biotin wirkt sich das Verabreichen von Zink und {Methionin}auf die Hufbeschaffenheit aus. Wer darüber hinaus darauf achtet, dass die Pferdebox stets frei von Kot und Harn ist, hat gute Voraussetzungen für beste Hufgesundheit geschaffen.
„Harte Schale, weicher Kern“ von NN in St.-Georg 8/2010, S. 54 – 55


