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Rohstofflexikon

Rohstoffe - was versteht man darunter? Welche Rohstoffe werden für die Ernährung der Tiere eingesetzt? Im Rohstofflexikon finden Sie diese und viele weitere Antworten.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

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Hafer

Hafer ist eine artenreiche Gattung der Süßgräser der gemäßigten Zone. Von den wild vorkommenden Arten ist der Flughafer (Windhafer, Wildhafer, Avena fatua) ein lästiges Ackerunkraut. Kulturpflanze ist vor allem der Gewöhnliche Hafer (Haber, Rispenhafer, Avena sativa). Seine Heimat ist in Asien zu suchen, von wo aus er vermutlich nach Mitteleuropa einwanderte und bei Germanen, Kelten und Slawen weite Verbreitung fand. Der Gewöhnliche Hafer hat abstehende Rispen mit gleichseitig angeordneten, zweiblütigen Ährchen und von den Spelzen umgebenen Früchten (Körnern). Die Kornfarbe ist bei den einzelnen Sorten verschieden (weiß, gelb, braun oder schwarz). Nur vereinzelt angebaut wird der Nackthafer (Avena nuda). Genutzt wird der Hafer vor allem als Futtergetreide und zwar vorwiegend für Pferde (sowohl Körner als auch Stroh). Als Brotfrucht dient er in Skandinavien und Schottland; ferner wird er verwendet für die Herstellung von Hafermehl, Hafergrütze und Haferflocken. Bei der Gewinnung dieser Produkte für die menschliche Ernährung fällt als Nebenprodukt Haferschälkleie an, die ebenfalls als Futtermittel, speziell für Pferde aber auch im Kaninchenfutter, genutzt wird. Hauptanbaugebiete des Gewöhnlichen Hafers sind: Nordamerika, Mittel- und Nordeuropa, England und Russland. In der Welterzeugung steht Hafer hinter Weizen, Reis, Mais und Gerste vor Roggen. Für die Tierernährung sind der Stärke-, Fett- und der im Vergleich zu den übrigen Getreidearten mit ca. 10 % hohe Rohfasergehalt (Ballaststoffe) bestimmend.

Hafer
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg870,00
Rohprotein, g/kg106,00
Lysin, g/kg4,40
Methionin, g/kg2,20
Methionin
+Cystin, g/kg
4,90
Threonin, g/kg3,70
Tryptophan, g/kg1,10
UDP, %
vom Rohprotein
15,00
nXP, g/kg126,50
RNB, g/kg-3,30
Rohfaser, g/kg102,00
Rohfett, g/kg47,00
Zucker, g/kg14,00
Stärke, g/kg398,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
10,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
39,80
NDForg, g/kg278,40
ADForg, g/kg139,20
NFC, g/kg408,90
Strukturwert
(SW), /kg
0,04
Rohasche, g/kg28,70
ME, MJ/kg
(Schwein)
11,20
ME, MJ/kg
(Geflügel)
10,17
ME, MJ/kg
(Rind)
10,10
NEL, MJ/kg6,10
Calcium, g/kg1,10
Phosphor, g/kg3,20
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
0,80
Natrium, g/kg0,16

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 „Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh„



Haferflocken

Haferflocken werden in spezialisierten Müllereibetrieben (Schälmühlen) hergestellt. Zunächst wird der Hafer durch Schälen mechanisch entspelzt. Der entspelzte Hafer wird gewalzt und hydrothermisch weiterbehandelt, so dass am Ende dieses Produktionsprozesses Haferflocken für die menschliche Ernährung stehen, die auch in Spezialfuttersorten für junge Ferkel (Prestarter) verwendet werden. Haferflocken zeichnen sich durch einen hohen Stärkegehalt (ca. 57 %) und höchste Verdaulichkeit der organischen Substanz (deutlich über 90 %) aus.


Haferschälkleie

Nebenprodukt der Gewinnung von Haferprodukten für die menschliche Ernährung. In den auf die Haferflockenherstellung spezialisierten Müllereibetrieben (Schälmühlen) wird der Hafer durch Schälen mechanisch entspelzt. Der entspelzte Hafer wird gewalzt und hydrothermisch weiterbehandelt, so dass am Ende dieses Produktionsprozesses Haferflocken für die menschliche Ernährung stehen. Das Nebenprodukt „Haferschälkleie“ enthält die äußere Schichten des Haferkorns (Aleuronschicht, Samenschale und Fruchtwand) und gewisse Anteile Haferspelzen. Der Rohfasergehalt ist für die Verwendung in der Tierernährung bestimmend und kann je nach Spelzenanteil zwischen unter 20 bis über 25 % variieren. Je höher der Rohfasergehalt umso niedriger ist der Rohproteingehalt. Bei der handelsüblichen Ware beträgt der Rohfasergehalt zwischen 20 und 25 % und der Rohproteingehalt zwischen 6 und 10 %. Haferschälkleie findet vor allem im Pferde- und Kaninchenfutter als diätetische Komponente Verwendung.

Haferschälkleie
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg910,00
Rohprotein, g/kg68,00
Lysin, g/kg2,80
Methionin, g/kg0,50
Methionin
+Cystin, g/kg
1,80
Threonin, g/kg2,80
Tryptophan, g/kg0,13
UDP, %
vom Rohprotein
15,00
nXP, g/kg92,00
RNB, g/kg-3,90
Rohfaser, g/kg225,00
Rohfett, g/kg30,00
Zucker, g/kg10,00
Stärke, g/kg160,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
10,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
16,00
NDForg, g/kg
ADForg, g/kg
NFC, g/kg
Strukturwert
(SW), /kg
0,54
Rohasche, g/kg54,00
ME, MJ/kg
(Schwein)
5,70
ME, MJ/kg
(Geflügel)
7,00
ME, MJ/kg
(Rind)
7,50
NEL, MJ/kg4,35
Calcium, g/kg1,30
Phosphor, g/kg1,50
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
0,38
Natrium, g/kg0,40

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Harnstoff

Harnstoff hat die chemische Formel CO(NH2)2, enthält mind. 45 % N (Stickstoff) und wird in Spezialfuttersorten für Milchkühe bzw. Mastrinder zur Verbesserung der täglichen Versorgung mit schnell pansenverfügbarem Stickstoff verwendet.

Insbesondere in Rationen mit höheren Gehalten an leichtlöslichen, im Pansen durch die Pansenmikroben schnell abbaubaren Kohlenhydraten (z.B. stark maissilagebetonte Rationen, höhere Mengen Getreide in der Ration) ist eine Versorgung mit entsprechend schnell verfügbaren Stickstoffquellen für die Sicherstellung der mikrobiellen Proteinsynthese sehr wichtig. Hier hat sich die Verwendung von Harnstoff in der Milchkuh- und Mastrinderfütterung bewährt.

Die tägliche Versorgung ist auf höchstens 72 g Rohprotein aus Harnstoff je 100 kg Körpergewicht zu begrenzen, um die optimale Umsetzung des Stickstoffs aus Harnstoff durch die Pansenmikroben in hochwertiges mikrobielles Protein sicherzustellen.

Harnstoff
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg980,00
Rohprotein, g/kg2880,00
Lysin, g/kg0,00
Methionin, g/kg0,00
Methionin
+Cystin, g/kg
0,00
Threonin, g/kg0,00
Tryptophan, g/kg0,00
UDP, %
vom Rohprotein
0,00
nXP, g/kg0,00
RNB, g/kg460,80
Rohfaser, g/kg0,00
Rohfett, g/kg0,00
Zucker, g/kg0,00
Stärke, g/kg0,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
0,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
0,00
NDForg, g/kg0,00
ADForg, g/kg0,00
NFC, g/kg0,00
Strukturwert
(SW), /kg
0,00
Rohasche, g/kg0,00
ME, MJ/kg
(Schwein)
0,00
ME, MJ/kg
(Geflügel)
0,00
ME, MJ/kg
(Rind)
0,00
NEL, MJ/kg0,00
Calcium, g/kg0,00
Phosphor, g/kg0,00
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
0,00
Natrium, g/kg0,00

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Heimtiere Futter

Auch Heimtiere müssen gesund ernährt werden. Immer mehr Heimtierbesitzer entscheiden sich für hochwertige Tiernahrungsmittel, die in spezialisierten Mischfutterbetrieben hergestellt werden. Ob Hund, Katze Ziergeflügel oder Kleinnager - für jedes Heimtier gibt es spezifisch auf den Bedarf abgestimmte Futter. Für viele Heimtiere werden sogar spezielle Futter für bestimmte Altersgruppen hergestellt (z.B. Hunde).

Heimtierfutter werden vor allem als sogenannte Trockenfutter angeboten. Die Trockenfutter haben gegenüber den sogenannten Nassfuttern in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, da sie wesentlich einfacher zu handhaben sind und auch weniger gefüttert werden muss als bei den Nassfuttern. Letztlich kommen sie auch der Umwelt zugute, da kein Dosenmüll entsteht.