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Rohstofflexikon

Rohstoffe - was versteht man darunter? Welche Rohstoffe werden für die Ernährung der Tiere eingesetzt? Im Rohstofflexikon finden Sie diese und viele weitere Antworten.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

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Rapsextraktionsschrot

Nebenprodukt der Gewinnung von Rapsöl aus Rapssaat durch Extraktion. Die heute angebauten Rapssorten (Brassica napus ssp.) sind Züchtungen mit sehr niedrigen Erucasäure- und Glucosinolatgehalten (00-Sorten). Diese Stoffe werden auch als antinutritive Substanzen bezeichnet, da sie die Verdauung negativ beeinflussen können. Die heutigen Rapsprodukte können bedenkenlos in der Fütterung verwendet werden. Rapsextraktionsschrot enthält als bedeutende Inhaltsstoffe ca. 35 % Rohprotein, ca. 11 % Rohfaser und zeichnet sich durch einen im Vergleich zu anderen eiweißreichen Schroten erhöhten Gehalt an der essentiellen Aminosäure {Methionin}im Protein aus. Der Fettgehalt beträgt nur noch ca. 2 %. In der Tierernährung wird Rapsextraktionsschrot als eiweißreiche Komponente vornehmlich in Mischfuttersorten für Wiederkäuer (Kühe, Rinder), Mastgeflügel und Mastschweine verwendet. Durch einen weiteren speziellen hydrothermischen Behandlungsschritt kann das Rapsschrot für die Fütterung an Milchkühe noch weiter veredelt werden. Dabei wird das Protein im Rapsschrot so verändert, dass es vor einem Abbau durch die Pansenmikroben geschützt ist und im Dünndarm enzymatisch verdaut wird. Dieses Verfahren wird auch als opticon-Verfahren bezeichnet und ist von der Deutschen Tiernahrung Cremer entwickelt worden.

Rapsextraktionsschrot
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg870,00
Rohprotein, g/kg350,00
Lysin, g/kg19,80
Methionin, g/kg7,40
Methionin
+Cystin, g/kg
16,00
Threonin, g/kg15,70
Tryptophan, g/kg4,60
UDP, %
vom Rohprotein
30,00
nXP, g/kg211,40
RNB, g/kg22,20
Rohfaser, g/kg115,00
Rohfett, g/kg20,00
Zucker, g/kg70,00
Stärke, g/kg12,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
10,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
1,20
NDForg, g/kg256,70
ADForg, g/kg204,50
NFC, g/kg174,00
Strukturwert
(SW), /kg
0,29
Rohasche, g/kg71,30
ME, MJ/kg
(Schwein)
9,90
ME, MJ/kg
(Geflügel)
8,30
ME, MJ/kg
(Rind)
10,45
NEL, MJ/kg6,35
Calcium, g/kg6,60
Phosphor, g/kg11,70
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
3,50
Natrium, g/kg0,10

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Rapskuchen

Nebenprodukt der Gewinnung von Rapsöl aus Rapssaat durch Abpressen. Die heute angebauten Rapssorten (Brassica napus ssp.) sind Züchtungen mit sehr niedrigen Erucasäure- und Glucosinolatgehalten („00-Sorten“). Diese Stoffe werden auch als „antinutritive Substanzen“ bezeichnet, da sie die Verdauung negativ beeinflussen können. Die heutigen Rapsprodukte können bedenkenlos in der Fütterung verwendet werden. Rapskuchen enthält als bedeutende Inhaltsstoffe zwischen 32 und 35 % Rohprotein, ca. 10 % Rohfaser sowie ca. 4 % Rohfett und zeichnet sich durch einen im Vergleich zu anderen eiweißreichen Schroten erhöhten Gehalt an der essentiellen Aminosäure {Methionin}im Protein aus. Der gegenüber dem Extraktionsschrot höhere Rohfettgehalt ist durch die technische Form der Ölgewinnung bedingt. In der Tierernährung wird Rapskuchen als eiweißreiche Komponente vornehmlich in Mischfuttersorten für Wiederkäuer (Kühe, Rinder) aber auch Mastschweine und Mastgeflügel verwendet.

Rapskuchen
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg910,00
Rohprotein, g/kg334,00
Lysin, g/kg17,70
Methionin, g/kg6,00
Methionin
+Cystin, g/kg
13,70
Threonin, g/kg14,70
Tryptophan, g/kg4,30
UDP, %
vom Rohprotein
30,00
nXP, g/kg217,90
RNB, g/kg18,60
Rohfaser, g/kg115,00
Rohfett, g/kg80,00
Zucker, g/kg110,00
Stärke, g/kg0,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
0,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
0,00
NDForg, g/kg260,00
ADForg, g/kgk.A.
NFC, g/kg155,00
Strukturwert
(SW), /kg
0,27
Rohasche, g/kg72,80
ME, MJ/kg
(Schwein)
12,25
ME, MJ/kg
(Geflügel)
k.A.
ME, MJ/kg
(Rind)
11,60
NEL, MJ/kg7,15
Calcium, g/kg6,30
Phosphor, g/kg10,80
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
3,25
Natrium, g/kg0,12

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Roggen

Zu den Süßgräsern gehörende Pflanze (Secale cereale), die das wichtigste Brotgetreide Nord- und Osteuropas liefert. Roggen hat ca. 1-1,5 m lange Stängel und eine 15 cm lange Ähre mit Grannen. Man unterscheidet Winter- (Winterroggen) und Sommerform (Sommerroggen). Die Roggenkörner sind von bläulicher bis grauer Farbe, aus ihnen werden Mehl und Grütze gewonnen. Roggen wird zur Korn-(Roggen-)Branntweingewinnung verwertet. Für die Tierernährung bestimmt der Gehalt an Stärke (ca. 55 %) und Eiweiß (ca. 10 – 11 %) seinen Wert, wodurch auch der Energiegehalt beeinflusst ist. Nebenprodukte aus der Mehlherstellung für die menschliche Ernährung sind für die Tierernährung verwendbar, z.B. Roggenkleie.

Roggen
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg870,00
Rohprotein, g/kg99,00
Lysin, g/kg3,80
Methionin, g/kg1,50
Methionin
+Cystin, g/kg
4,00
Threonin, g/kg3,30
Tryptophan, g/kg1,00
UDP, %
vom Rohprotein
15,00
nXP, g/kg138,50
RNB, g/kg-6,30
Rohfaser, g/kg24,00
Rohfett, g/kg16,00
Zucker, g/kg60,00
Stärke, g/kg555,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
15,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
83,30
NDForg, g/kg113,00
ADForg, g/kg35,00
NFC, g/kg626,00
Strukturwert
(SW), /kg
-0,15
Rohasche, g/kg19,00
ME, MJ/kg
(Schwein)
13,50
ME, MJ/kg
(Geflügel)
11,25
ME, MJ/kg
(Rind)
11,30
NEL, MJ/kg7,20
Calcium, g/kg0,50
Phosphor, g/kg3,10
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
1,55
Natrium, g/kg0,06

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Roggenkleie

Nebenerzeugnis der Herstellung von Mehl aus gereinigtem Roggen. Roggenkleie besteht überwiegend aus Teilen der Schael und im übrigen aus Kornbestandteilen, die weitgehend vom Mehlkörper befreit sind.

Roggenkleie
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg870,00
Rohprotein, g/kg142,00
Lysin, g/kg6,00
Methionin, g/kg2,20
Methionin
+Cystin, g/kg
4,80
Threonin, g/kg5,50
Tryptophan, g/kg1,80
UDP, %
vom Rohprotein
15,00
nXP, g/kg123,40
RNB, g/kg3,00
Rohfaser, g/kg70,00
Rohfett, g/kg30,00
Zucker, g/kg90,00
Stärke, g/kg110,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
10,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
11,00
NDForg, g/kg 
ADForg, g/kg 
NFC, g/kg 
Strukturwert
(SW), /kg
0,20
Rohasche, g/kg52,20
ME, MJ/kg
(Schwein)
9,90
ME, MJ/kg
(Geflügel)
7,20
ME, MJ/kg
(Rind)
9,30
NEL, MJ/kg5,60
Calcium, g/kg1,50
Phosphor, g/kg9,80
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
2,45
Natrium, g/kg0,55

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh