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Nährstofflexikon

Welche Nährstoffe sind für meine Tiere wichtig? Welche Aufgaben haben die Nährstoffe im Körper? Im Nährstofflexikon finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

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N

N-freie Extraktstoffe (NfE)

Die N-freien Extraktstoffe werden in der Futtermittelanalytik nur rechnerisch erfasst. Sie stellen die Differenz zwischen der Trockensubstanz und der Summe der analytisch ermittelten Rohnährstoffe Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche dar. Die NfE enthalten alpha-glucosidisch gebundene Polysaccharide (Stärke, Glycogen), lösliche Zucker (Glucose, Fructose, Saccharose, Lactose, Maltose und Oligosaccharide) sowie lösliche Teile von Zellulose, Hemizellulosen, Lignin und Pektinen (Zellulose und Lignin nur in sehr geringer Menge). In der Summe umfassen die NfE also die Kohlenhydrate, die Hauptenergiesubstanzen, eines Futtermittels.


Nährstoffe

Das Tierschutzgesetz fordert vom Tierhalter, d.h. für jedes Tier in der Obhut von Menschen, „eine der Tierart und den Bedürfnissen entsprechende Ernährung“ (§ 2). Zur Sicherung der Gesundheit, der Lebens- und der Leistungsfähigkeit der Tiere ist zunächst eine ausreichende Versorgung mit den Hauptnährstoffen (den Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen) von entscheidender Bedeutung.

Grundlage des Lebens aller Individuen ist der Stoffwechsel. Darunter versteht man die Aufnahme, Umwandlung und Abgabe von unterschiedlichen Nähr- und Wirkstoffverbindungen. Kommt der Stoffwechsel zum Erliegen, werden auch sehr bald alle anderen Lebensvorgänge zum Erliegen kommen. Eine sehr wesentliche Aufgabe des Stoffwechsels ist die Lieferung von ausreichend Energie, die in erster Linie aus den Kohlenhydraten und den Fetten, zum Teil aber auch aus dem Protein, gewonnen wird.

Neben den Hauptnährstoffen benötigt das Tier zur Sicherung von Gesundheit, Lebens- und Leistungsfähigkeit aber noch weitere Nähr- und Wirkstoffe. Hierzu zählen die verschiedenen Mengenelemente, Spurenelemente und Vitamine.


Natrium

Natrium reguliert zusammen mit Chlor den osmotischen Druck der extrazellulären Flüssigkeit im Organismus. Natriumcarbonate und –phosphate stellen im Körper wichtige Puffersystem dar, die ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen Säuren und basen aufrecht erhalten. Natrium ist außerdem für die Funktion von Muskeln und Nerven sowie für Speichelsekretion und Regulierung des Wasserhaushaltes unentbehrlich. Natrium wird im Magen-Darmkanal leicht absorbiert und bei Überschuß über die Nieren mit dem Harn ausgeschieden. Die Steuerung dieser Abläufe erfolgt über Hormone der Nebennierenrinde. Natriumverluste aus dem Tierkörper treten bei starker Schweißbildung und bei Durchfällen auf. Die Ausnutzungsrate für Natrium liegt im Magen-Darm-Kanal bei 80-90 %. Eine Natriumunterversorgung kann zu Leistungsminderungen, Lecksucht, Appetitlosigkeit und verschiedenen Stoffwechselstörungen führen. Eine Natriumüberversorgung kann nur auftreten, wenn z.B. Altbrot, Kekse o.ä. an Tiere verfüttert wird. Im Allgemeinen sind durch eine den Bedarf deutlich übersteigende Natriumzufuhr keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten, es muß den Tieren aber ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Die in der Fütterung verwendeten pflanzlichen Futtermittel sind in der Regel arm an Natrium. Nur Rübenblätter, Rüben, Melasse und Trockenschnitzel (Nebenprodukte bei der Gewinnung von Zucker aus Zuckerrüben) bilden eine Ausnahme. Die bedarfsgerechte Versorgung der Tiere mit Natrium wird über eine Ergänzung des Futters mit natürlich vorkommenden mineralischen Natriumsalzen wie Natriumchlorid (Kochsalz; Viehsalz), Natriumphosphat, Natriumcarbonat oder Natriumsulfat vorgenommen.


NDF

Die NDF (Neutral-Detergenzien-Faser) umfasst die Hemizellulosen, die Zellulose sowie das Lignin und repräsentiert somit im wesentlichen die pflanzlichen Zellwände. Außerdem werden bei der üblichen NDF-Analytik auch Kieselsäure und Silikate mit erfasst. Diese Bestandteile können durch eine anschließende Veraschung ermittelt und in Abzug gebracht werden. Der dann so ermittelte NDF-Gehalt eines Futtermittels wird als „NDForg„ bezeichnet.

Der Gehalt eines Futtermittels an NDForg ist bei der Gestaltung von Rationen für Milchkühe von Bedeutung und wird insbesondere in Großbritannien und Nordamerika genutzt. Die DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e.V.) gibt die in der folgenden Tabelle dargestellten Zielgrößen für die Planung von TMR unter Berücksichtigung von NDF, ADF und NFC an.

ECM***
kg je Tag
Trocken-
stehzeit
Vorberei-
tungszeit
15 Tage
vor Geburt
Lakt.
früh
45-40
Lakt.
mittel
35-30
Lakt.
spät
25-20
T, g/kg
min.
max.
ADF, g/kg T min.
NDF, g/kg T
min.
max.
NDF (G)*, g/kg T min.
NFC, g/kg
min.
max.
NEL, MJ/kg T
min.
max.
nXP, g/kg T
min.
max.
RNB, g/kg T min.

300

300

400

350


250

5,1
5,5

100
125
0

350

220

350

250

300
350

6,5
6,7

140
150
0

450

180

280
320
180

350
420**

7,1
7,3

170

1

400
550
200


380
240


380

6,9
7,0

160

1

400
600
230


440
300


340

6,6
6,7

145

0
* NDF (G) = NDF aus Grobfutter
** bei hohen Anteilen an beständiger Stärke
*** kg ECM je Tag ((1,05 + 0,38 % Fett + 0,21 % Eiweiß)/3,28)



NFC

Die NFC (Nichtfaser-Kohlenhydrate, non-fibre carbohydrate) stellen die löslichen Kohlenhydrate wie Stärke, Zucker und Pektine eines Futtermittels dar. Diese Zellinhaltsstoffe werden im Pansen der Wiederkäuer schnell fermentiert und sind damit für die Proteinsynthese der Pansenmikroben als Energiequelle bedeutend.

Die NFC sind eine rechnerisch ermittelte Größe, die nicht analytisch direkt bestimmt werden kann.

NFC = Trockenmasse - (Rohasche + Rohprotein + Rohfett + NDF)(alle Angaben in g/kg T)

Der Gehalt eines Futtermittels an NFC ist bei der Gestaltung von Rationen für Milchkühe von Bedeutung und wird insbesondere in Großbritannien und Nordamerika genutzt. Die DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e.V.) gibt die in der folgenden Tabelle dargestellten Zielgrößen für die Planung von TMR unter Berücksichtigung von NDF, ADF und NFC an.

ECM***
kg je Tag
Trocken-
stehzeit
Vorberei-
tungszeit
15 Tage
vor Geburt
Lakt.
früh
45-40
Lakt.
mittel
35-30
Lakt.
spät
25-20
T, g/kg
min.
max.
ADF, g/kg T min.
NDF, g/kg T
min.
max.
NDF (G)*, g/kg T min.
NFC, g/kg
min.
max.
NEL, MJ/kg T
min.
max.
nXP, g/kg T
min.
max.
RNB, g/kg T min.

300

300

400

350


250

5,1
5,5

100
125
0

350

220

350

250

300
350

6,5
6,7

140
150
0

450

180

280
320
180

350
420**

7,1
7,3

170

1

400
550
200


380
240


380

6,9
7,0

160

1

400
600
230


440
300


340

6,6
6,7

145

0
* NDF (G) = NDF aus Grobfutter
** bei hohen Anteilen an beständiger Stärke
*** kg ECM je Tag ((1,05 + 0,38 % Fett + 0,21 % Eiweiß)/3,28)



Niacin

Niacin ist der Oberbegriff für die beiden wirksamen Vitaminformen Nicotinsäure und Nicotinsäureamid, die beide die gleiche biologische Wertigkeit besitzen. Niacin ist an lebensnotwendigen Reaktionsschritten im Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel beteiligt. Außerdem kommt ihm eine Schlüsselrolle im Energieumsatz des Körpers zu. Bei Milchkühen mit sehr hoher täglichen Milchleistung kann durch eine erhöhte Niacinversorgung das Risiko für Ketose, einer Stoffwechselerkrankung, verringert werden. Bei Niacinmangel können verschiedene Störungen auftreten: verringertes Wachstum, Entzündungen auf den Schleimhäuten, Funktionsstörungen im Nervensystem, Hautveränderungen („Pellagra“) und verminderter Legeleistung sowie verschlechterte Brutfähigkeit beim Geflügel. Niacin in Form der Nicotinsäure ist in vielen pflanzlichen Futtermitteln zu finden. Besonders reich an Niacin sind pflanzliche Eiweißfuttermittel, Grünfutter, Weizenkleie und Hefe. Milchprodukte sowie Mais und Roggen enthalten dagegen nur sehr wenig Niacin. Die Verwertbarkeit des Niacins aus Getreide und Nebenprodukten der Getreideverarbeitung (z.B. Weizenkleie) ist für monogastrische Tiere (z.B. Schwein), Geflügel und auch Wiederkäuer nur gering. Gewisse Mengen Nicotinsäureamid können im Darm bzw. dem Pansen der Wiederkäuer durch mikrobielle Synthese entstehen. Im Stoffwechsel wird eine geringe Menge dieser Niacinform aus einer Umwandlung der essentiellen Aminosäure {Tryptophan}gebildet. Je nach Bedarf der Tierart wird das Futter zur Sicherung der täglichen Versorgung mit reinem Niacin ergänzt.


nXP

„nXP„ ist die Fachbezeichnung für „nutzbares Rohprotein am Duodenum (Dünndarm)„ und kennzeichnet die Menge an Rohprotein, die das Futter für Milchkühe im Dünndarm liefern kann. Diese Menge ist dabei abhängig vomGesamtproteingehalt, vom UDP-Anteil im Protein (Anteil an im Pansen nicht abgebauten Proteins - pansenbeständiges Protein oder „Durchflussprotein„) des Futters sowie vom Energiegehalt des Futters. Über die zur Verfügung gestellte Energiemenge wird das vom Futter gelieferte, im Pansen von den Mikroorganismen abbaubare Protein zu hochverdaulichem „Mikrobenprotein„ umgebaut und steht der Milchkuh als hochwertige Proteinquelle im Dünndarm zur Verfügung.