Diese Seite drucken

Nährstofflexikon

Welche Nährstoffe sind für meine Tiere wichtig? Welche Aufgaben haben die Nährstoffe im Körper? Im Nährstofflexikon finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

    D    G   I       O   Q       W  X  Y  


toplink

P

Pantothensäure

Pantothensäure ist Bestandteil des Coenzym A und darüber an wichtigen Prozessen im Protein-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel beteiligt. Außerdem kommen diesem Vitamin Aufgaben bei der Funktion der Nervenzellen, der Haut und der Schleimhäute zu. Auch bei der Pigmentierung der Haare nimmt Pantothensäure Einfluß. Pantothensäuremangel kann Veränderungen an Haut und Schleimhäuten, rauhes Haarkleid, Pigmentverlust, Appetitmangel, Durchfälle und eine mangelhafte Befiederung beim Geflügel zur Folge haben. Dieses Vitamin findet man in fast allen Futtermitteln. Die Verwertbarkeit durch das Tier ist gut. Besonders reich an Pantothensäure sind Milchprodukte, Grünmehle, Nebenprodukte der Getreideverarbeitung (z.B. Weizenkleie) und Ölschrote (z.B. Sojaschrot, Sonnenblumenschrot). Wenig Pantothensäure enthalten hingegen Ackerbohnen und Trockenschnitzel. Die Sicherung der täglichen Versorgung der Tiere erfolgt je nach Bedarf durch eine entsprechende Ergänzung des Futters mit diesem Vitamin.


Phosphor

Phosphor ist neben Calcium der wichtigste Baustoff für Knochen und Zähne. Außerdem üben Phosphorverbindungen im Stoffwechsel eine Vielfalt an Funktionen aus (Stoffumwandlungen, Erzeugung sowie Speicherung und Verwertung der Energie). Der Phosphorstoffwechsel wird vom Parathormon (Hormon der Nebenschilddrüse) und vom Vitamin D gesteuert. Über das Parathormon wird Phosphor aus den Knochen mobilisiert, Vitamin D stabilisiert den Phosphor im Skelett. Die Phosphorabsorption aus dem Verdauungstrakt (Magen-Darm-Kanal) kann durch eine Versorgung des Tieres mit Calcium, Magnesium, Zink oder auch Eisen im Überschuß beeinträchtigt werden. Vitamin D und organische Säuren fördern hingegen die Phosphorabsorption. Einen Phosphorüberschuß im Futter gleicht der Körper durch eine Senkung der Absorptionsrate und eine Erhöhung der Phosphorausscheidung aus. Die normale Phosphorausnutzung liegt bei ca. 50 – 60 %, wobei es je nach Tierart und Leistungsbeanspruchung große Schwankungen gibt. So fällt die P-Ausnutzung von 98 % beim saugenden Jungtier auf unter 50 % beim ausgewachsenen Tier. Bei physiologisch richtigem Verhältnis von Calcium zu Phosphor (je nach Tierart unterschiedlich) ist die Gefahr einer Überversorgung des Tieres mit Phosphor nicht gegeben. Bei einer Phosphorunterversorgung kann es zu Mangelerscheinungen wie schlechter Fresslust, Fruchtbarkeitsstörungen, Knochenweiche und anderen Stoffwechselstörungen kommen.

Bei Phosphor ist die Bindungsform des Elements zu unterscheiden: anorganischer Phosphor hat die höchste Verfügbarkeit für das Tier und kommt in mineralischen Quellen wie z.B. Monocalciumphosphat vor. Eine mittlere Verfügbarkeit weist der organische Nicht-Phytin-Phosphor auf. Er kommt in vegetativen Pflanzenteilen und z.B. in Milch vor. Der Phytin-Phosphor hat für Monogastier und Geflügel die niedrigste Verwertbarkeit. Er ist die Hauptbindungsform in Getreide, Leguminosen und Ölsaaten. Durch die Verwendung des Enzyms „Phytase“ kann die Verdaulichkeit des Phytin-Phosphor bei Monogastriern wie Schweinen und bei Geflügel deutlich gesteigert werden.

Eine Ergänzung von Futter mit mineralischem Phosphor erfolgt in erster Linie über Mono- und Dicalciumphosphat.


Phytase

Phytase ist ein in der Natur weit verbreitetes Enzym. Es kommt in zahlreichen pflanzlichen Samen wie z.B. Getreide vor und wird von zahlreichen Mikroorganismen wie Pilze, Bakterien, Hefen und auch den im Pansen der Wiederkäuer lebenden Mikroben gebildet. Phytase spaltet den in pflanzlichen Samen enthaltenen Phytat- Phosphor hydrolytisch ab. Dieser macht rund zwei Drittel des gesamten Phosphors in den Samen aus. Tiere mit einhöhligem Magen (Monogastrier) wie das Schwein verfügen praktisch über keine tiereigene Phytase-Aktivität. Hierauf ist die geringe Verwertung pflanzlichen Phosphors von 0 bis lediglich 40 % zurückzuführen.

Die dem Futter zugesetzte Phytase wird auf fermentativem Wege mittels bestimmter Pilz-Stämme (Aspergillus niger) gewonnen.

Durch die gezielte Verwendung von mikrobiell gewonnener Phytase im Futter für u.a. Schweine und Geflügel wird die Verwertung des Phytin-Phosphors für die Phosphor-Bedarfsdeckung beim Tier deutlich verbessert. Daher kann der Zusatz von mineralischem Phosphor zum Futter reduziert werden, der Phosphorgehalt des Futters wird insgesamt verringert, damit auch die Ausscheidung von nicht verwertbarem bzw. nicht verwertetem Phosphor mit den tierischen Exkrementen verringert und so letztendlich ein deutlicher Beitrag zur Entlastung der Umwelt geleistet.