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LandTageNord 2018

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21.12.2017 -  15. Milcherzeugertag in Aurich-Middels

Mit über 400 Besuchern war der 15. Milcherzeugertag am 06. Dezember in Aurich-Middels als überregionale Fachtagung für Milchviehhalter in Weser-Ems auch in diesem Jahr wieder hervorragend besucht. Hierzu hatten die Veranstalter die Deutsche Tiernahrung Cremer, Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der DLV-Verlag wieder Vorträge mit aktuellen Themen zur Düngeverordnung und Klauengesundheit aber auch einen Praktikerbericht organisiert.

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Zum Einfluss des Stalles und der Stallhygiene auf die Klauengesundheit referierte Dr. Hans-Joachim Herrmann vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Der Klauenexperte machte deutlich, dass kranke Klauen immer Milchleistung kosten. Saubere und trockene Laufflächen sind die Grundlage für gesunde Klauen. Spalten und Laufgänge sollten immer rutschfest sein, damit sich die Tiere problemlos bewegen können. Weiche Gummiauflagen auf Spaltenböden oder planbefestigten Böden werden in der Praxis zunehmend diskutiert. Sie erhöhen den Laufkomfort für die Kühe, sind aber keine generellen Problemlöser. Denn es gibt viele Faktoren, die die Klauengesundheit beeinflussen. Dazu gehört die Zucht genauso wie die Fütterung, das Management im Betrieb und eine regelmäßige Klauenpflege. Wichtig sind auch komfortable Liegeboxen, denn Kühe sollen mindestens 50 % des Tages liegen, was auch die Klauen entlastet. Dazu muss die Liegefläche weich und trocken sein. Die Akzeptanz einer Liegebox hängt aber auch von der richtigen Einstellung des Nackenrohrs, der Bugschwelle und anderer Steuerungseinrichtungen ab. „Schauen Sie sich an, wie die Kühe aufstehen oder sich hinlegen“, so der Experte. „Meist erkennt man schnell, ob die Boxenmaße passen.“
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Im zweiten Vortrag von Dipl. Ing. agr. Johannes Thomsen, früherer Rinderreferent der LWK Schleswig-Holstein, ging es um die Möglichkeiten zur N- und P-Reduzierung in der Milchviehfütterung. Dieses Thema ist von großer Bedeutung, weil mit der neuen Dünge-VO eine Obergrenze von 170 kg Stickstoff je Hektar aus organischen Düngemittelen (z. B. Gülle) eingeführt wurde. Zudem muss der P-Überschuss in der Düngung ab 2018 auf max. +10 kg P2O5 begrenzt werden. Der Referent machte deutlich, dass die Fütterung noch enger an den tatsächlichen Bedarf der Kühe angepasst werden muss. Voraussetzung hierfür sind immer Analysen des Grundfutters, da es insbesondere bei den Grassilagen deutlich Unterschiede beim N- und P-Gehalt gibt. Diese Analysen sind die Basis für Rationsberechnungen. Dabei sollten 16 % Rohprotein in der Gesamtration auch bei hochleistenden Kühen möglichst nicht überschritten werden. Auch beim Phosphor ist eine Überversorgung zu vermeiden, so dass die Gehalte im Kraftfutter häufig nach unten angepasst werden können. Je nach Rationszusammensetzung kann teilweise sogar auf eine weitere Phosphorergänzung über ein Mineralfutter verzichtet werden. Problematisch bezüglich der P-Reduzierung ist sicherlich die zunehmende Forderung des Lebensmitteleinzelhandels nach GVO-freier Milch. Dabei wird in den Rationen Sojaschrot meist gegen Rapsschrot ausgetauscht, das aber einen rund 70 % höheren P-Gehalt aufweist.
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Im letzten Vortrag berichteten Johannes und Renke Garrelts aus Filsum über die Betriebs-führung in Ihrem 300-Kuhbetrieb plus zusätzlichen Nachzuchttieren. Der Feldhof Garrelts wurde bekannt als Gewinner der „Goldenen Olga“ und damit bester Milchviehbetrieb im Jahr 2016 und wird von drei Brüdern zusammen mit ihren Eltern bewirtschaftet. Der Betrieb arbeitet nach festen Arbeitsplänen, wobei Verantwortlichkeiten für die unterschiedlichen Arbeitsbereiche in der Familie klar aufgeteilt ist. Wichtiger Bestandteil des Managements ist die konsequente Gesundheitskontrolle bei den frisch gekalbten Tieren, die zunächst auf Stroh und dann in einer kleinen gesonderten Gruppe gehalten und regelmäßig überwacht werden. Bei Gesundheitsstörungen wird sofort reagiert. Und dies macht sich bezahlt. Bei einer abgelieferten Milchmenge von rund 10.500 kg ist die Fruchtbarkeit der Herde sehr gut (Zwischenkalbezeit in drei Jahren: durchschn. 380) und die Merzungsraten waren im gleichen Zeitraum sehr niedrig (durchschn. 16,1 %). Eine Besonderheit im Betrieb Garrelts sind die Sandboxen im Milchkuhstall. Diese erfordern zwar besondere Absetzbecken und auch der Verschleiß bei den Mistschiebern ist deutlich erhöht. Insgesamt sind die Brüder mit diesem System aber sehr zufrieden. Denn Sand ermöglich ein sehr hygienisches, weiches Liegebett. Der Sandbedarf liegt bei 3 m² je Kuh und Jahr und das wöchentliche Auffüllen der Boxen lässt sich recht gut mechanisieren. Auch die Euter der Kühe sind durchweg sehr sauber, Klauenprobleme sind in der Herde eher selten und auch die Zellzahlen liegen im Herdenmittel deutlich unter 150.000 und damit in einem sehr guten Bereich.