News aktuell
Produkte aktuell
14.08.2019

OHNE SOJA

Diese Seite drucken

Rohstofflexikon

Rohstoffe - was versteht man darunter? Welche Rohstoffe werden für die Ernährung der Tiere eingesetzt? Im Rohstofflexikon finden Sie diese und viele weitere Antworten.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

         I       O   Q     U    X  Y  


toplink

P

Palmkernexpeller

Nebenprodukt der Gewinnung von Öl aus den Samen der Ölpalmen (Elaideae) durch Abpressen. Vor der Ölgewinnung wird zunächst die Steinschale der Palmensamen entfernt. Nach Abpressen des Öls verbleibt der Palmkernexpeller mit ca. 16 – 18 % Rohprotein, ca. 15 – 16 % Rohfaser, ca. 6 – 10 % Rohfett und einem hohen Anteil an Cellulose, Pentosanen und anderen Strukturkohlenhydraten. Aufgrund dieser Zusammensetzung findet Palmkernexpeller in der Tierernährung vor allem im Mischfutter für Wiederkäuer (Kühe, Rinder) als energiereiches Einzelfuttermittel Verwendung. Der Wiederkäuer kann aufgrund der Vormagenverdauung die enzymatisch im Dünndarm nicht zu verdauenden Strukturkohlenhydrate sehr gut energetisch nutzen.

Palmkernexpeller
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg910,00
Rohprotein, g/kg150,00
Lysin, g/kg4,20
Methionin, g/kg2,90
Methionin
+Cystin, g/kg
5,00
Threonin, g/kg4,40
Tryptophan, g/kg1,10
UDP, %
vom Rohprotein
45,00
nXP, g/kg168,30
RNB, g/kg-2,90
Rohfaser, g/kg195,00
Rohfett, g/kg90,00
Zucker, g/kg22,00
Stärke, g/kg5,00
Stärkebe-
ständigkeit, %
10,00
beständige Stärke
(bXS), g/kg
0,50
NDForg, g/kg550,00
ADForg, g/kg350,00
NFC, g/kg63,50
Strukturwert
(SW), /kg
0,41
Rohasche, g/kg42,00
ME, MJ/kg
(Schwein)
7,80
ME, MJ/kg
(Geflügel)
k.A.
ME, MJ/kg
(Rind)
11,15
NEL, MJ/kg6,80
Calcium, g/kg2,50
Phosphor, g/kg6,00
verdaulicher
Phosphor, g/kg
(Schwein)
1,80
Natrium, g/kg0,20

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Pellets

Viele Mischfuttersorten werden in Form von Pellets angeboten. Dies bedeutet, dass das fertig gemischte Futter im letzten Arbeitsgang zu kleinen, festen, verzehrbaren Formen - ähnlich wie Würfelzucker für den Menschen - gepresst wird. Pellets bieten hinsichtlich gleichbleibender Qualität, Verarbeitung, Verpackung und Transport viele Vorteile. Da die Staubentwicklung sehr gering ist, werden sie von den Tieren gerne gefressen. Manche Tierarten müssen das Ergänzungs- oder Alleinfuttermittel als Pellets angeboten bekommen, da sie ein mehlförmiges Futter nicht oder so gut wie nicht aufnehmen. Dies betrifft z.B. die Kaninchen.


Pflanzenfett

Unter „Pflanzenfett“ versteht man das aus Pflanzen gewonnene Fett (bei Zimmertemperatur fest) wie z.B. Kokosfett. Pflanzenfett enthält niedrige bis mittlere Anteile ungesättigter und höhere Anteile gesättigter Fettsäuren, die für die feste Konsistenz bei Zimmertemperatur verantwortlich sind. Es sind dies z.B. Laurinsäure und Stearinsäure. Pflanzenfett enthält einen sehr hohen Energiegehalt und wird je nach Energiebedarf der zu versorgenden Tierart in unterschiedlichen Anteilen im Futter verwendet. Außerdem wird darüber auch der Bedarf des Tieres an den lebensnotwendigen Fettsäuren sichergestellt. Pflanzenfett wird z.B. im Futter für Mastschweine und Mastgeflügel als energiereiche Komponente eingesetzt, da gesättigte Fettsäuren für einen festen Speck sorgen. Dies ist z.B. für die Herstellung von Dauerwurstwaren sehr wichtig. Der Einsatz von Pflanzenöl mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren würde zu einem weichen Speck führen.


Pflanzenöl

Unter Pflanzenöl versteht man das aus Pflanzen gewonnene Öl (bei Zimmertemperatur flüssig) wie z.B. Sojaöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl. Pflanzenöl enthält hohe Anteile ungesättigter Fettsäuren, die für die flüssige Konsistenz bei Zimmertemperatur verantwortlich sind. Es sind dies die einfach ungesättigte Ölsäure, die lebenswichtige zweifach ungesättigte Linolsäure und die dreifach ungesättigte Linolensäure. Pflanzenöl enthält einen sehr hohen Energiegehalt und wird je nach Energiebedarf der zu versorgenden Tierart in unterschiedlichen Anteilen im Futter verwendet. Außerdem wird darüber der Bedarf des Tieres an den lebensnotwendigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sichergestellt. Bei Mastschweinen und Mastgeflügel ist der Einsatz von Pflanzenöl durch die Fettqualität im Fleisch begrenzt. Höhere Anteile von Pflanzenöl würden einen weichen Speck hervorrufen, der z.B. für die Herstellung von Dauerwurstwaren ungeeignet ist. Daher wird in diesen Futtersorten Pflanzenfett mit niedrigeren Anteilen ungesättigter Fettsäuren verwendet. Der Bedarf an z.B. der lebenswichtigen Linolsäure wird natürlich immer beachtet.

Sojaöl
InhaltsstoffeGehalt
(je kg Original-
substanz)
Trockenmasse, g/kg998,00
Rohfett, g/kg998,00
ME, MJ/kg
(Schwein)
35,50
ME, MJ/kg
(Geflügel)
36,95
ME, MJ/kg
(Rind)
29,90
NEL, MJ/kg19,60

Quellen: DLG-Futterwerttabellen für Schweine; DLG-Futterwerttabellen für Wiederkäuer; Rechenmeister 2000 (Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe); CVB Veevoedertabel; DLG-Information 2/2001 Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh



Positivliste

Die Positivliste für Einzelfuttermittel (Futtermittel-Ausgangserzeugnisse) ist von der Normenkommission für Einzelfuttermittel im Zentralausschuss der Deutschen Landwirtschaft erstellt und im Dezember 2001 veröffentlicht worden.

Die Deutsche Tiernahrung Cremer verwendet für die Herstellung der verschiedenen Futtersorten ausschließlich Rohstoffe, die in dieser Positivliste aufgeführt sind. Auch das Rohstofflexikon der Deutschen Tiernahrung Cremer beinhaltet ausschließlich Einzelfuttermittel, die auch in der Positivliste aufgenommen sind. Für Einzelfuttermittel, die in die Liste aufgenommen werden, muss die Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Tier und Mensch belegt sein. Außerdem müssen sie einen erkennbaren Futterwert haben, ihre Verwendung muss rechtlich zulässig sein und sie müssen eine erkennbare Bedeutung am Markt haben.

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie einen Überblick zu verschiedenen Begriffen, die bei der Kennzeichnung und Beschreibung von Rohstoffen für die Tierernährung Verwendung finden. Auch diese Liste ist von der Normenkommission erstellt und veröffentlicht worden.

Begriff Beschreibung gebräuchliche Bezeichnung
Abpressen Gewinnung von Fett oder Öl aus ölreichen Materialien oder von Saft aus Früchten oder anderen Pflanzenerzeugnissen durch mechanische Behandlung (durch Spindel oder sonstige Pressen), auch bei leichter Wärmebehandlung Kuchen (bei ölhaltigen Materialien), Pülpe, Trester (z.B. bei Früchten), Pressschnitzel (bei Zuckerrüben)
Aufschluss Freisetzung von im Endosperm lokalisierten Stärkekörnern durch chemische oder physikalische Verfahren bzw. Aufbrechen der Ligno-Cellulose-Verbindungen durch Alkalien (Stroh) aufgeschlossen, Stärkeaufschluss/Strohaufschluss
Coating Ummantelung von Futterpartikeln, z.B. mit Fett zum Schutz gegen Abbau gecoatet
Dämpfen Erhitzungsverfahren unter Einwirkung feuchter Wärme gedämpft
Darren Trocknen von keimendem Getreide während des Mälzvorganges mit heißer Luft gedarrt
Entlintern Befreiung der Samen von Gossypium spp. vom Haarkleid (Lint und Fuzz) entlintert
Entzuckern Vollständiger oder teilweiser Entzug von Mono- oder Disacchariden aus Melasse oder anderen zuckerhaltigen Materialien durch chemische oder physikalische Verfahren entzuckert, teilentzuckert
erheblich übersteigt mehr als zwei Drittel
Erhitzen Allgemeine Bezeichnung für eine Reihe von Wärmebehandlungen, die unter bestimmten Bedingungen durchgeführt werden, um den Nährwert oder die Struktur des Materials zu verändern dampferhitzt, gekocht, wärmebehandelt
Extraktion Gewinnung von Fett oder Öl aus bestimmten Materialien durch Entzug mit Hilfe organischer Lösungsmittel oder Gewinnung von Zucker oder anderer wasserlöslicher Bestandteile durch wässrige Extraktion. Bei Anwendung eines organischen Lösungsmittels muss das extrahierte Material technisch frei von Lösungsmittelrückständen sein Extraktionsschrot (bei ölhaltigen Materialien), Melasse, Trockenschnitzel (bei Zucker oder andere wasserlösliche Bestandteile enthaltenden Materialien)
Extrudieren Pressen oder Drücken von Material durch eine Öffnung unter Druckeinwirkung (vgl. auch vorverkleistern) extrudiert
Fermentieren (Vergären) Biochemischer Abbau von Kohlenhydraten (Stärke, Zucker), z.B. zum Zweck der Alkoholgewinnung fermentiert
Fetthärtung Umwandlung von ungesättigten Glyceriden in gesättigte Glyceride (Härtung von Ölen und Fetten) gehärtet, teilweise gehärtet
Flockieren Walzen von feuchtem, wärmebehandelten Material Flocken
geringer Anteil im Rahmen der technischen Verarbeitung unvermeidbarer Anteil
Hydrolyse Aufschluss in einfachere chemische Bestandteile durch geeignete Behandlung mit Wasser und gegebenenfalls Enzymen, Säuren oder Alkalien hydrolysiert, teilweise hydrolysiert
hydrothermische Behandlung Erwärmung des Erzeugnisses mit Hilfe von Sattdampf, Behandlung z.B. zum Aufschluss der Stärke
Kompaktieren Verdichtung eines Produktes zum Zweck der Volumenverminderung kompaktiert
Konservieren Verfahren der Haltbarmachung unter Nutzung physikalischer Prozesse oder duch Zugaben organischer bzw. anorganischer Substanzen konserviert
Konzentrieren1) Anreicherung bestimmter Inhaltsstoffe durch Entfernen des Wassers oder sonstiger Bestandteile Konzentrat
Mehlmüllerei Mechanische Verarbeitung von Körnern zur Verringerung der Korngröße und zur leichten Auftrennung in seine Bestandteile, vor allem Mehl, Kleie und Grießkleie Mehl, Kleie, Futtermehl, Grießkleie
Nassmüllerei Mechanische Abtrennung einzelner Bestandteile von Kernen oder Körnern, auch nach Einweichen in Wasser, mit oder ohne Zusatz von Schwefeldioxid, zur Gewinnung von Stärke Keime, Kleber, Stärke
Parboiling Wasser-, Wärme- und Druckbehandlung zum Schutz der B-Vitamine und zur Verbesserung der Kocheigenschaften (Reis) parboiled
Pelletieren Spezielle Formgebung durch Pressen mittels Matrize Pellet, pelletiert
praktisch frei von .../soweit wie möglich frei von ... Entsprechend dem aktuellen Stand der Technik frei von nicht erwünschten Bestandteilen
Raffinieren Vollständiges oder teilweises Entfernen von Begleitstoffen aus Zucker, Ölen, Fetten und anderen Naturmaterialien durch chemische oder physikalische Behandlung raffiniert, teilraffiniert
Reinigung z.B. von Getreide; mechanische Befreiung von Schwarzbesatz wie pilzgeschädigte, verdorbene Körner inkl. Mutterkorn, Staub und sonstigen festen Bestandteilen gereinigt
Schälen2) Vollständiges oder teilweises Entfernen der äußeren Schale oder Schalen von Körnern, Samen, Früchten, Nüssen und anderen geschält, teilgeschält
Schroten Mechanische Verarbeitung von Körnern und anderen Einzelfuttermitteln zur Verringerung ihrer Größe Schrot, geschrotet
Sichten Mechanisches Abtrennen von Vermahlungsprodukten unterschiedlicher Größe mittels Sieben gesichtet
technisch rein Entsprechend den technischen Möglichkeiten frei bzw. befreit von andersartigen Bestandteilen
Trocknen Künstlicher oder natürlicher Wasserentzug getrocknet
Vorverkleistern Modifizierung von Stärke, um die Quellfähigkeit in kaltem Wasser wesentlich zu erhöhen vorverkleistert3), gequellt
1) Konzentrieren darf durch Eindicken ersetzt werden. Der gebräuchliche Begriff wäre dann eingedickt.
2) Schälen darf je nach Fall durch Enthülsen oder Entspelzen ersetzt werden. Der gebräuchliche Begriff wäre dann enthülst oder entspelzt.
3) Vorverkleistert darf durch den Begriff aufgeschlossen (bezogen auf Stärke) ersetzt werden.



Propionsäure

Propionsäure ist eine wichtige Säure zur Konservierung und kommt auch in der Natur vor. So produziert z.B. die Milchkuh in ihrem Pansen durch die Pansenmikroben etwa 1,5 l Propionsäure pro Tag. Die Säure stellt für den Wiederkäuer einen wichtige Energiequelle dar. Sie gehört auch zu den physiologischen Stoffwechselprodukten der Säugetiere und wird sehr schnell oxidativ auch von monogastrischen Tieren abgebaut. In geringen Konzentrationen kann man Propionsäure natürlich vorkommend auch im Schweiß, im Urin und in Milch finden.

Die Propionsäure zeichnet sich durch eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung aus. Diese ist sowohl bakterizid und bakteriostatisch als auch fungizid und fungistatisch. Die Wirkung ist gegenüber gramnegativen Bakterien deutlicher als gegenüber grampositiven Keimen. Ihre Wirkung beruht auf einem Eingriff in den Kohlenhydratstoffwechsel und in die DNA-Synthese der Mikroorganismen. Dabei ist die undissoziierte Säure wirksam, so dass ihre Wirksamkeit bei den für Futtermitteln typischen pH-Wert-Bereichen von 5,5-6,5 sehr hoch ist.

Die Propionsäure wird zur Konservierung von Futterkomponenten und Mischfuttermitteln verwendet. Die Notwendigkeit des Einsatzes richtet sich nach verschiedenen exogenen Faktoren. Hierzu zählen u.a. Lagerungsbedingungen (Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, Höhe der relativen Luftfeuchte) und Lagerungsdauer. Eine Konservierung mit Propionsäure ist daher besonders in den warmen Monaten des Jahres sinnvoll und qualitätssichernd.