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14.08.2019

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Nährstofflexikon

Welche Nährstoffe sind für meine Tiere wichtig? Welche Aufgaben haben die Nährstoffe im Körper? Im Nährstofflexikon finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

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E

Eisen

Eisen nimmt eine sehr wichtige Position im intermediären Stoffwechsel ein. Als Bestandteil der Farbstoffe Hämoglobin und Myoglobin hilft es, den eingeatmeten Sauerstoff der Luft auf das Blut zu übertragen. Außerdem ist Eisen Bestandteil wichtiger Fermente und beschleunigt bestimmte Prozesse im Körper (Katalysator). Für die Aufrecherhaltung des normalen Eisenstoffwechsels muß immer Kupfer vorhanden sein. Überschüsse an Zink, Kupfer, Kobalt und Mangan wirken antagonistisch (gegensätzlich) zu Eisen und senken das Eisendepot in der Leber. Untergehalte dieser Elemente führen zu einer verstärkten Eiseneinlagerung in die Leber. Die Gefahr einer zu hohen Eisenzufuhr ist im allgemeinen nicht gegeben. Bei einer Eisenunterversorgung können schlechte Freßlust, rauhes Haarkleid, blasse Haut und Kümmern auftreten. Auch die Anämie der Ferkel kann durch eine langfristige Eisenunterversorgung bedingt sein. Mit Ausnahme von Hackfrüchten sind die meisten Futtermittel reich an Eisen. Wiesenheu zeigt Schwankungen zwischen 60 und 630 mg Eisen je kg. Milch enthält sehr wenig Eisen. Daher ist besonders die Eisenversorgung saugender Jungtiere besonders zu beachten. Die bedarfsgerechte Versorgung die Tiere mit Eisen erfolgt über eine Ergänzung des Futters mit Eisenverbindungen in Form von Oxid, Sulfat, Carbonat, Citrat oder auch Fumarat.


Energie

Die Energie eines Futtermittels resultiert in erster Linie aus den enthaltenen Kohlenhydraten und Fetten, zum Teil aber auch aus dem Protein. Die vom Stoffwechsel des Tieres benötigte Energie wird aus diesen Nährstoffen durch verschiedenste Umwandlungsprozesse gewonnen. Beim Energiebedarf der Tiere unterscheidet man zwischen dem Erhaltungsbedarf und dem Leistungsbedarf. Der Erhaltungsbedarf gibt die Energiemenge an, die das Tier benötigt, um die elementarsten Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Der Leistungsbedarf gibt an, wieviel Energie dem Tier zugeführt werden muß, um eine bestimmte Leistung erbringen zu können. Erhaltungsbedarf und Leistungsbedarf ergeben zusammen den Gesamtbedarf, den das Tier zur Erreichung der Leistung und Aufrechterhaltung seiner Körperfunktionen benötigt. Um das Tier mit einer ausreichenden Menge an Energie zu versorgen und somit seinen Gesamtbedarf zu decken, ist letztendlich die Zufuhr von genügend der vorstehend genannten Nährstoffe unabdingbar. Die Energiebewertung eines Futtermittels für die Tierernährung orientiert sich an der Umwandlung der aus den Nährstoffen resultierenden Energie im Stoffwechsel des Tieres. Der Gehalt an Bruttoenergie (GE = gross energy) eines Futtermittels stellt letztendlich seinen Brennwert dar und kann im Labor im sogenannten Bombenkalorimeter ermittelt werden. Die Bruttoenergie ist für die Tierernährung kein geeigneter Bewertungsmaßstab, da die Höhe der Verdaulichkeit und die Art der Verdauung (durch körpereigene oder mikrobiell gebildete Enzyme) sehr unterschiedlich ist.

Ein Teil der Bruttoenergie wird mit dem Kot ausgeschieden. Dieser Teil ist zum überwiegenden Teil von der pflanzenanatomischen und -histologischen Struktur der in den Futtermitteln vorhandenen Gerüstsubstanzen abhängig. Wird dieser Verlust von der Bruttoenergie abgezogen, gelangt man zur verdaulichen Energie (DE = digestible energy). Auf dieser Basis wird der energetische Futterwert für Pferd und Kaninchen bewertet.

Von der verdaulichen Energie geht dem Organismus ein weiterer Teil durch energiehaltige Ausscheidungen mit dem Harn und bei Wiederkäuern zusätzlich noch durch die Gärungsgase verloren. Dieser Verlust wird auch durch die Art der Ration bzw. des verabreichten Futters beeinflusst. Wird die verdauliche Energie um diesen Anteil verringert, spricht man von der umsetzbaren Energie (ME = metabolizable energy). Eine Bewertung auf dieser Stufe berücksichtigt für Monogastrier (Schwein, Geflügel) im wesentlichen alle Energieverluste, die durch das Futtermittel bedingt sind. Davon ausgenommen ist thermische Energie, die durch mikrobielle Umsetzungen im Verdauungskanal entsteht und vom Tier nicht nutzbar ist. Beim Wiederkäuer ist die in den Vormägen (Pansen) freigesetzte und in der umsetzbaren Energie enthaltene Fermentationswärme erheblich größer. Durch Bestimmung der umsetzbaren Energie ist bei Monogastrier, Geflügel und jungen wachsenden Wiederkäuern eine aussagefähige Energiebewertung möglich. Unterschiede in der Verwertung der umsetzbaren Energie im Stoffwechsel für verschiedene Leistungen (Erhaltung, Zuwachs, Milchbildung) lassen sich bei der Festlegung des Bedarfs berücksichtigen. Auf Basis der umsetzbaren Energie erfolgt die energetische Futterbewertung für Schweine, Geflügel, Kälber, Aufzuchtrinder, Mastrinder, Hunde und Katzen.

Bei der Umwandlung der umsetzbaren Energie im Erhaltungsstoffwechsel bzw. in eine bestimmte Leistung wird nicht nutzbare thermische Energie freigesetzt, die sowohl von der Tierart als auch von der Art der Leistung (Eiweiß- oder Fettsynthese) abhängt. Ihre Berücksichtigung führt zur Nettoenergie (NE) für die jeweilige Leistung. Es gibt folglich nicht die eine Nettoenergie sondern nur eine für Erhaltung (NEm) oder für Fettbildung (NEf) oder für die Milchbildung (NEl). Auf der Basis der „Nettoenergie Laktation„ (NEL) erfolgt die energetische Futterbewertung bei der Milchkuh.Die physikalische Einheit für Bruttoenergie, verdauliche Energie, umsetzbare Energie und Nettoenergie ist das Joule (J). Entsprechende Konzentrationen werden als „Kilojoule (kJ)“ bzw. „Megajoule (MJ)“ angegeben.