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14.08.2019

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Nährstofflexikon

Welche Nährstoffe sind für meine Tiere wichtig? Welche Aufgaben haben die Nährstoffe im Körper? Im Nährstofflexikon finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

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Magnesium

Magnesium ist Baustein für Knochen, Knorpel und Zähne. Magnesium findet sich außerdem in den Muskeln, den Körperflüssigkeiten und im Gehirn. In Verbindung mit Calcium ist Magnesium für die Funktionen der Nerven und Muskeln notwendig. Es ist Bestandteil verschiedener Fermente und am Calcium-Phosphorstoffwechsel beteiligt. Da der Körper keine größeren Magnesiumreserven bilden kann, ist eine tägliche Zufuhr mit der Nahrung notwendig. Saugende Jungtiere in den ersten Lebenswochen haben eine sehr hohe Absorptionsfähigkeit für Magnesium (50 – 80 %). Mit dem Älterwerden der Tiere nimmt dies ab (ausgewachsene Tiere 8 – 30 %). Im Mittel der rationen liegt die Magnesium-Verwertung bei 20 bis 30 %, sinkt bei Weidegras und sonstigem Grünfutter jedoch auf 10 bis 15 % ab. Da Magnesium und Calcium bei der Absorption im Gegensatz stehen (Antagonismus), erhöht ein hoher Calciumgehalt im Futter den Bedarf an Magnesium und umgekehrt. Tiere mit einhöhligem Magen (z.B. Schweine, Geflügel) erhalten mit einer Fertigfutterration im allgemeinen aus den verwendeten pflanzlichen Komponenten heraus eine bedarfsdeckende Magnesiumversorgung. Sollte es doch in Extremsituationen zu einer Magnesiumunterversorgung kommen, können Unruhe, Stresserscheinungen, Appetitlosigkeit oder Muskelkrämpfe die Folge sein. Bei Wiederkäuern kann es aufgrund einer sehr schlechten Verwertung des Futtermagnesiums aus Weidegras u.a. zur sogenannten „Weide- oder Grastetanie“ kommen. Diese Erkrankung kann zum Tode des Tieres führen, wenn nicht sofort eine Injektion oder Infusion von Magnesium gegeben wird. Zur Vorbeuge sind daher Ergänzungsfutter für Milchkühe besonders zur Weidesaison im Frühjahr mit höherem Magnesiumgehalt ausgestattet. Wiesen- und Weidegras sowie Maissilage enthalten geringe und schlecht verfügbare Mengen an Magnesium. Die übrigen pflanzlichen Futtermittel, insbesondere die Nebenprodukte der Getreideverarbeitung für die menschliche Ernährung (z.B. Weizenkleie, Weizenkleberfutter) sind Magnesiumreich. Eine mineralische Ergänzung von Futter erfolgt bei entsprechendem Bedarf des Tieres über Magesiumverbindung in Form von Oxid, Sulfat, Laktat, Phosphat oder auch Fumarat.


Mangan

Mangan ist im Tierkörper Bestandteil wichtiger Stoffwechselfermente. So wirkt es mit beim Aufbau des Blutfarbstoffes Hämoglobin, der Pigmentierung des Haarkleides, der Entwicklung der Knochen, der Entgiftung schädlicher Stoffwechselprodukte des Körpers und dem regelmäßigen Ablauf der Geschlechtsfunktionen. Ein Mangel an Mangan kann Störungen in der Samenbildung, Fruchtbarkeitsstörungen bei weiblichen Tieren, ungenügende Legeleistung und schlechte Schlupfergebnisse beim Geflügel und Skelettstörungen bedingen. Ein Manganüberschuß in der Ernährung setzt die Eisen- und Phosphorverwertung herab. Ebenso wird der Blutserum-Magnesium-Spiegel gesenkt. Pflanzliche Futtermittel, allen voran Heu und verschiedene hochwertige Ölschrote (z.B. Sojaschrot, Sonnenblumenschrot u.a.) enthalten im allgemeinen bedarfsdeckende Mangankonzentrationen. Die Absorbierbarkeit im Magen-Darm-Kanal des Tieres kann durch einen Überschuß anderer Elemente beeinträchtigt werden. Sollte bei einzelnen Tierarten für eine bedarfsgerechte Manganversorgung eine Ergänzung des Futterkomponenten erforderlich sein, so wird in der Mischfutterherstellung Mangan aus mineralischen Quellen in Form von Sulfat, Carbonat oder Oxid verwendet.


Mengenelemente, Spurenelemente

Zu den sogenannten „Mengenelementen“ zählen die Mineralstoffe Calcium (Ca), Phosphor (P), Natrium (Na), Magnesium (Mg), Kalium (K). Die sogenannten „Spurenelemente“ umfassen Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Zink (Zn), Selen (Se), Mangan (Mn), Jod (J), Kobalt (Co) und Molybdän (Mo). Mengenelemente – in größeren Mengen vom Tier benötigt – werden im Futter in g je kg oder % angegeben, Spurenelemente – in kleinsten Mengen benötigt – in mg je kg oder ppm (parts per million).

Mengen- und Spurenelemente erfüllen im Körper wesentliche Aufgaben als Bau- und Betriebsstoffe und sind außerdem Bestandteil tierischer Leistungsprodukte (Milch, Fleisch, Eier, Fötus). Die Mengenelemente haben meistens mehrfache Aufgaben, wohingegen den Spurenelementen spezielle Aufgaben zukommen. Sie sind maßgeblich am Aufbau von körpereigenen Wirkstoffen beteiligt. Die einzelnen Elemente stehen teilweise in Wechselbeziehung mit Vitaminen und sind Bestandteil von Verdauungsfermenten oder körpereigenen Hormonen. Sie übernehmen Aufgaben als Beschleuniger (Katalysator) in Stoffwechselprozessen, zur Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks der Zellen (sehr wichtig für den Stoff- und Flüssigkeitstransport), als Regulator bei der Verdauung der Nahrung oder im Geschlechtszyklus. Werden diese Elemente in nicht ausreichenden Mengen oder in falschen Verhältnissen zugeführt, so können Mangelerscheinungen bis hin zu Skelettschäden und Fruchtbarkeitsstörungen auftreten. Die Fütterung darf sich aber nicht ausschließlich darauf beschränken, extreme Mangelsituationen vorzubeugen. Die Tiere sollen auch Leistung vollbringen, ob in Form von tierischen Produkten wie Milch bei den landwirtschaftlichen Nutztieren oder in Form von körperlicher Leistung wie bei Sport- und Freizeitpferden sowie Zuchtpferden. Daher muß die Versorgung der Tiere mit Mengen- und Spurenelementen auch diese Leistungsansprüche berücksichtigen, um eine hohe Gesundheit zu gewährleisten.


Methionin

{Methionin}ist ein essentieller Baustein für das Körperprotein und muß dem Tier mit der Nahrung zugeführt werden, da es im Organismus nicht synthetisiert werden kann. Es übernimmt im Körper Aufgaben als Bestandteil von Enzymen und Peptiden. Die Aminosäuren Cystein und Cystin können im Körper aus Methionin gebildet werden. Methionin gehört zu den schwefelhaltigen Aminosäuren und fungiert im Stoffwechsel als sogenannter Methylgruppendonator. Es bestehen in dieser Funktion enge Beziehungen zum Vitamin Cholin. Besondere Bedeutung hat Methionin in der Ernährung von Geflügel, da das Protein der Federn besonders hohe Gehalte dieser Aminosäure aufweist. Alle proteinarmen Futtermittel wie z.B. Getreide enthalten wenig Methionin. Proteinkonzentrierte Einzelfuttermittel wie bestimmte Nebenprodukte der Ölgewinnung für die menschliche Ernährung (z.B. Sojaschrot, Sonnenblumenschrot, Rapssschrot) enthalten entsprechend höhere Methioninkonzentrationen. In einzelnen Futtersorten, insbesondere für Geflügel, wachsende Monogastrier (z.B. Schweine) und auch Kaninchen, reicht der Methioningehalt der verwendeten Einzelfuttermittel für eine bedarfsgerechte Versorgung häufig nicht aus. Daher werden diese Futtersorten mit reinem DL-Methionin, das über eine chemische Synthese gewonnen wird, bzw. Methionin-Hydroxy-Analog, einer Methioninvorstufe, ergänzt. Methionin ist im Gegensatz zu den weiteren erstlimitierenden Aminosäuren Lysin, {Threonin}und {Tryptophan}auch in der D-Form im Stoffwechsel voll zu verwerten.


Molybdän

Molybdän ist Bestandteil von Enzymen, die für den Aufbau von Harnsäure und für den Abbau von Nitraten wichtig sind. Zu Kupfer und Schwefel steht Molybdän im gegensätzlichen Verhältnis. Hohe Molybdängehalte verstärken die Phosphorausscheidung. Ein Kupfermangel bei Wiederkäuern wird bei hohen Molybdängehalten im Futter (z.B. auf Moorböden) gefördert. Kupfer hemmt, Molybdän steigert die Bakterientätigkeit im Rinderdarm. Dadurch kann es bei Weidegang bzw. Grünfütterung auf Moorböden häufig zu länger anhaltenden Durchfallerscheinungen kommen. Eine Molybdänunterversorgung führt zu Anämie, Durchfall und Lähmungen (vergleichbar den Symptomen eines Kupfermangels). Der Molybdängehalt der Pflanzen ist stark abhängig vom Wachstumsstandort und der dort vorherrschenden Bodenreaktion. Auf alkalischen Böden erreichen Pflanzen die höchsten Molybdängehalte. Auch Getreide und Ölschrote (z.B. Sojaschrot, Sonneblumenschrot, Rapsschrot) sind als molybdänreich einzustufen. Die Versorgung der Tiere wird je nach Bedarf über eine gezielte Ergänzung des Futters mit Natrium- Ammonium- oder Calciummolybdat bzw. Molybdänoxid sichergestellt.