News aktuell
Produkte aktuell
14.08.2019

OHNE SOJA

Diese Seite drucken

Nährstofflexikon

Welche Nährstoffe sind für meine Tiere wichtig? Welche Aufgaben haben die Nährstoffe im Körper? Im Nährstofflexikon finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Die Begriffe sind verständlich erklärt und alphabetisch geordnet.

    D    G   I       O   Q       W  X  Y  


toplink

R

RNB

RNB bedeutet „Ruminale N-Bilanz„ und gibt für ein Futter an, ob durch das entsprechende Futtermittel in der Milchkuhfütterung ein Stickstoff(N)-Überschuß oder ein N-Mangel im Pansen vorliegt.

Die Ermittlung erfolgt nach folgender Gleichung: RNB = (Rohprotein - nutzbares Rohprotein)/6,25. Ein Mangel an pansenverfügbarem Stickstoff in der Gesamtration führt zu einer Beeinträchtigung der Pansenfermentation einschließlich der mikrobiellen Proteinsynthese.

Die RNB-Werte eines Futtermittels können sowohl positiv (z. B. bei Grassilage als Grundfutterkomponente, bei Sojaschrot als Proteinkomponente) als auch negativ (z. B. bei Maissilage als Grundfutterkomponente, bei Weizen als Energiekomponente) ausfallen. Bei der Rationsberechnung ist darauf zu achten, durch eine Kombination von Futtermitteln mit positiver und negativer RNB die Gesamtbilanz der Ration möglichst weitgehend auszugleichen. Die „Feinjustierung„ einer Milchviehration sollte aber auch durch die Überprüfung der Harnstoffgehalte in der Milch erfolgen.


Rohasche

Die Rohasche enthält die anorganischen Bestandteile der Futtermittel. Hierbei handelt es sich um Oxide und Salze der Mengen- und Spurenelemente sowie sonstige anorganische Substanzen (z.B. Silikate). Die Bestimmung der Rohasche erfolgt über die Veraschung einer bestimmten Futtermenge bei 550 °C. Die Differenz zwischen der Trockensubstanz (lufttrockenes Futter abzüglich der natürlichen bei einer Trocknung mit 103 °C über vier Stunden entweichenden Feuchte, flüchtige Fettsäuren und andere flüchtige Substanzen wie z.B. natürliche Alkohole) und der Rohasche stellt die organische Substanz eines Futtermittels dar. In der organischen Substanz sind Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und die N-freien Extraktstoffe enthalten.


Rohfaser

Die Rohfaser umfasst die in den Futterkomponenten enthaltenen Ballaststoffe. Diese sogenannten pflanzlichen Gerüstkohlenhydrate setzen sich aus Zellulose, Hemizellulosen (Pentosane, Hexosane), und unverdaulichen Substanzen, vor allem Lignin, zusammen. Die Zusammensetzung der Rohfaser ist in jedem pflanzlichen Einzelfuttermittel unterschiedlich. Diese Gerüstkohlenhydrate sind enzymatisch im Dünndarm des Tieres so gut wie nicht zu verdauen. Nur die Darmbakterien können durch Fermentation die Rohfaser unter Bildung kurzkettiger Fettsäuren und u.a. Methan aufschließen. Der Anteil der Zellulose und des Lignin in der Rohfaserfraktion bestimmt auch die Rohfaserverdaulichkeit im Darm. Hohe Zellulose- und Ligninanteile bedeuten eine niedrige Verdaulichkeit und umgekehrt. So haben z.B. Weizen und Mais beim Monogastrier (Schwein, Geflügel) eine vergleichsweise gute Rohfaserverdaulichkeit, Hafer eine niedrige Verdaulichkeit. Wiederkäuer können über die Pansenbakterien die Rohfaser sehr gut verwerten. Auch sogenannte „Blinddarmverdauer“ wie Pferd und Kaninchen können über die Blinddarmbakterien die Rohfaser im Futter energetisch gut nutzen. Diese Tierarten sind auf einen bestimmten Mindestanteil Rohfaser in der täglichen Futterration für eine stabile und gesunde Verdauung angewiesen. Besonders rohfaserreich sind die Nebenprodukte aus der Getreideverarbeitung wie Weizenkleie, Weizengrießkleie und Haferschälkleie. Einzelne Getreidearten wie Weizen und Roggen sowie Mais enthalten wenig Rohfaser. Spelzgetreide wie Hafer aber auch Gerste ist im Vergleich rohfaserreicher.


Rohfett

Unter Rohfett versteht man das im Futter enthaltene Fett. Dieses Fett stammt aus den im Futter enthaltenen einzelnen Futtermitteln, z.B. aus dem Getreide. In besonders energiereichen Futtersorten wird auch reines pflanzliches Fett oder Öl verwendet. Neben den Kohlenhydraten ist Fett nämlich der wichtigste Energielieferant in der Nahrung. Mengenmäßig steht es zwar in allen üblichen Futtermitteln hinter den Kohlenhydraten und Proteinen, zeichnet sich aber durch einen um etwa 2,3-fach höheren Energiegehalt aus, so dass schon geringe Änderungen im Fettgehalt den Energiegehalt eines Futters deutlich beeinflusst. Fett besteht rein chemisch aus Glycerinester der Fettsäuren. Einige dieser Fettsäuren zählen für das Tier zu den essentiellen, also lebensnotwendigen Nahrungsfaktoren. Dies sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linol-, Linolen- und Arachidonsäure. Zumindest die Linolsäure muß dem Tier in einer bestimmten Menge täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Die beiden anderen genannten essentiellen Fettsäuren kann der Körper dann aus der Linolsäure selbst bilden. Das Nahrungsfett ist für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Körpers außerdem als Träger der sogenannten fettlöslichen Vitamine wichtig. Besonders fettreich sind z.B. Sojabohne, Rapssamen und Sonnenblumenkerne. Getreide enthält im Vergleich dazu wenig Fett.


Rohprotein

Unter Rohprotein versteht man das im Futter enthaltene Eiweiß. Die Analyse des Rohproteins erfolgt über die Bestimmung des wichtigsten Elements im Eiweiß, dem Stickstoff. Eiweiß enthält im Mittel etwa 16 % Stickstoff. Damit wird dann aus der Bestimmung des Stickstoffgehaltes eines Futters der Rohprotein- (Eiweiß-)gehalt berechnet. Das Futterprotein ist Voraussetzung für den Aufbau körpereigener Eiweißsubstanzen und kann in dieser Funktion von keinem anderen Nährstoff ersetzt werden, da weder Fette noch Kohlenhydrate den zum Eiweißaufbau erforderlichen Stickstoff enthalten. Dies bedeutet, daß die Zufuhr von ausreichend hochwertigem Rohprotein für jeden Organismus von lebensnotwendiger Bedeutung ist.

Dem Körper muß täglich wenigstens soviel an Eiweiß zugeführt werden, dass im Stoffwechsel daraus soviel körpereigenes Eiweiß gebildet werden kann wie er seit der letzten Proteinzufuhr verbraucht hat. Besonders hoch ist der Eiweißbedarf während des Körperwachstums. Außerdem ist die Zusammensetzung des mit dem Futter zugeführten Rohproteins von entscheidender Bedeutung. Die Bausteine des Proteins sind die Aminosäuren. Jeder Organismus hat einen bestimmten täglichen Bedarf an den einzelnen Aminosäuren. Insgesamt sind heute gut 20 verschiedene Aminosäuren bekannt, von denen etwa die Hälfte als essentiell, also lebensnotwendig, angesehen werden, da der Körper sie selbst nicht synthetisieren kann. Die übrigen Aminosäuren können im Stoffwechsel aus den anderen Aminosäuren hergestellt werden. Dafür ist es erforderlich, dass dem Körper insgesamt genügend Aminosäuren – also letztendlich Rohprotein – über die Fütterung zugeführt werden. Die heute bekannten Aminosäuren sind nachfolgend aufgeführt:
Alanin, Glutaminsäure, Lysin, Arginin, Glycin, Phenylalanin, Asparagin, Histidin, Prolin, Asparaginsäure, Hydroxyprolin, Serin, Cystein/Cystin, Isoleucin, Threonin, Glutamin, Leucin, Tyrosin, Tryptophan, Methionin, Valin

Als essentielle, also lebensnotwendige Aminosäuren gelten: Lysin, Methionin, Threonin, Tryptophan, Leucin, Isoleucin, Valin, Phenylalanin, Arginin und Histidin. Für die Ernährung der Tiere stehen zunächst die sogenannten erstlimitierenden Aminosäuren im Mittelpunkt des Interesses. Dies sind Lysin, Methionin, {Threonin}und Tryptophan. Alle anderen essentiellen Aminosäuren sind in einem Futter bedarfsgerecht vorhanden, wenn der bekannte Proteinbedarf des Tieres durch den Rohproteingehalt im Futter gedeckt ist. Besonders proteinreich sind alle Nebenprodukte aus der Gewinnung von pflanzlichem Öl für die menschliche Ernährung, die sogenannten Ölschrote (z.B. Sojaschrot, Sonnenblumenschrot, Rapsschrot). Alle Getreidearten enthalten demgegenüber wenig Rohprotein.